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Drama: Rasend vor Eifersucht

Drama

Rasend vor Eifersucht

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    Nach diesem zum Campingmobil umgebauten Toyota-Geländewagen fahndete die Polizei europaweit. Bei Routinearbeiten an der Staustufe Bertoldsheim fanden Taucher schließlich den Wagen – und mit ihm das vermisste Ehepaar aus Wellheim.
    Nach diesem zum Campingmobil umgebauten Toyota-Geländewagen fahndete die Polizei europaweit. Bei Routinearbeiten an der Staustufe Bertoldsheim fanden Taucher schließlich den Wagen – und mit ihm das vermisste Ehepaar aus Wellheim. Foto: Archivfoto: Feneberg

    Was hat die Menschen in der Region dieses Jahr beschäftigt? Was sorgte für Gesprächsstoff, welche Entscheidungen und Ereignisse prägten das Jahr 2011? Die „Themen des Jahres“ fassen Redakteure der Neuburger Rundschau nochmals für Sie zusammen.

    Wellheim/Bertoldsheim Es war eine Spätschicht wie jede andere auch bei Audi. Und trotzdem war etwas anders, ungewöhnlich, zumindest überraschend. Werner F.’s Arbeitskollege wird sich daran noch lange erinnern: Der Wellheimer hat seinen Kollegen in der Pause ein paar Flaschen Bier ausgegeben – einfach so. Das habe er noch nie gemacht.

    Vielleicht wusste Werner F. an jenem 2. März bereits, dass er an seinen Arbeitsplatz nicht wieder zurückkehren wird. Vielleicht hat er den Ablauf des späten Abends schon Dutzende Male im Kopf durchgespielt. Vielleicht drehten sich seine Gedanken aber einfach nur im Kreis zwischen rasender Eifersucht, Hilflosigkeit, Selbstmitleid, Wut und Verzweiflung. Es sind Erklärungsversuche. Denn man weiß weder, was in seinem Kopf vorging noch was der Auslöser dafür war, dass er in jener Nacht seine Frau Petra erstach und mit ihr vermutlich gegen drei Uhr morgens im Geländewagen an der Staustufe in Bertoldsheim in die Donau raste, wo sie zweieinhalb Monate lang unentdeckt bleiben sollten.

    In dieser Zeit gibt das Verschwinden des Ehepaars jede Menge Rätsel auf. Über 100 Menschen im näheren und weiteren Umkreis des Paares werden befragt. Europaweit fahndet die Polizei nach den beiden und ihrem auffälligen Geländewagen, und auch „Aktenzeichen XY... ungelöst“ berichtet über den Fall. Ergebnis: Nichts.

    Während Eltern und Verwandte noch hoffen, dass das plötzliche Verschwinden der beiden ein gutes Ende findet, geht die Polizei längst von einem Verbrechen aus. Eine routinemäßige Untersuchung mit dem Echolot an der Staustufe in Bertoldsheim bestätigt schließlich den Verdacht. Am 12. Mai bergen Rettungskräfte und Kriminalbeamte den Geländewagen und mit ihm das Ehepaar aus der Donau.

    Die Obduktion wird später ergeben, dass Petra F. mit mehreren Messerstichen in Hals und Brust getötet wurde. Wann und wo sie ermordet wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Weil im Haus des Ehepaars aber keinerlei Gewaltspuren gefunden wurden, muss die Kripo davon ausgehen, dass die Tat im Auto stattfand. Werner F. ertrank, nachdem er sich selbst ein Messer in den Hals gerammt hatte.

    Über die mutmaßlichen Gründe des Verbrechens wird im 1000-Einwohner-Ort Wellheim im Nachhinein viel spekuliert. Petra F. wollte sich von ihrem Mann trennen, heißt es. Auch von einem Liebhaber ist die Rede. Die Polizei schließt die Akten mit dem Ergebnis, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Beziehungstat handelte, bei der Eifersucht im Spiel gewesen sein muss.

    Petra F. wurde 44 Jahre alt. Unter großer Anteilnahme wurde sie am 23. Mai in ihrem Heimatort Bergen beerdigt. Zwei Tage später wird Werner F. auf dem Wellheimer Friedhof begraben. Nur die engsten Familienangehörigen nehmen von ihm Abschied, während die Polizei an den Eingängen neugierige Zaungäste fernhält.

    Claudia Stegmann

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