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Audi: Raus aus Japan

Audi

Raus aus Japan

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    Am Flughafen in Tokio ist die Hölle los, wie einige Augenzeugen berichten. Die Audi-Mitarbeiter sind deswegen auf dem Weg nach Nagoya. Dort werden sie vermutlich am Mittwoch mit einer extra angemieteten Chartermaschine nach Deutschland geflogen.
    Am Flughafen in Tokio ist die Hölle los, wie einige Augenzeugen berichten. Die Audi-Mitarbeiter sind deswegen auf dem Weg nach Nagoya. Dort werden sie vermutlich am Mittwoch mit einer extra angemieteten Chartermaschine nach Deutschland geflogen. Foto: Foto: privat

    Die Situation in Japan wird immer dramatischer. Deswegen hat Audi nun entschieden, seine deutschen Mitarbeiter aus dem Krisengebiet auszufliegen. Eine Chartermaschine ist derzeit auf dem Weg nach Japan. Voraussichtlich am Mittwochvormittag werden die deutschen Mitarbeiter die Heimreise antreten.

    Die Audi-Angestellten in dem asiatischen Land sind verunsichert, sagt Pressesprecher Joachim Cordshagen, aber bisher habe es keine Unruhen in dem Büro in Tokio gegeben. Das Ingolstädter Unternehmen hat in der japanischen Hauptstadt eine Vertriebsgesellschaft, bei der sechs Audianer arbeiten. Das Erdbeben und den Tsunami haben alle Mitarbeiter wohlbehalten überstanden, doch die Unsicherheit bezüglich der Atomkraftwerke hat die Lage noch einmal zugespitzt. „Wir wollen unsere Mitarbeiter in Sicherheit wissen“, sagt Cordshagen stellvertretend für das Unternehmen und deswegen hat der Konzern reagiert. Nicht nur Audi-Mitarbeitern, sondern allen Angestellten des VW Konzerns wurde angeboten, das Land zu verlassen. Die Entscheidung für diese Maßnahme war am Wochenende gefallen

    Seitdem wartet auch Christine Olma zusammen mit ihrem Mann auf den Rückflug. Das Erdbeben hat die Ingolstädter Fotografin, die seit November in Tokio lebt, unverletzt überstanden, doch nach dem Reaktor-Unglück hat sie nur einen Wunsch: raus aus Japan.

    Am Samstagabend hat das Paar seine Sachen gepackt und ist nach Nagoya gefahren, das rund vier Stunden südlich von Tokio liegt. Dort warten die beiden zurzeit in einem Hotel auf ihren Rückflug, zusammen mit anderen Deutschen, darunter vielen VW-Mitarbeitern. „Die Stimmung ist relativ entspannt“, sagte Olma. Die Japaner selbst gingen sehr diszipliniert mit der Situation um, „in einem anderen Land würde Chaos herrschen“.

    Insgesamt 15 Audianer – sechs Mitarbeiter und neun Angehörige – sind derzeit in Japan, dazu kommen noch rund 40 Mitarbeiter des VW-Konzerns mit ihren Familien. „Wie viele tatsächlich das Land verlassen werden, können wir noch nicht sagen“, erklärt Konzernsprecher Fred Bärbock. Die Organisation der Ausreisemaßnahme laufe auf Hochtouren. Jedoch handle es sich nicht um eine Evakuierungsmaßnahme, wie Bärbock betont. Die Entscheidung, das Land zu verlassen, könne jeder Mitarbeiter freiwillig fällen. Der Betrieb und die Geschäfte in Japan würden – unter den gegebenen Umständen – weiterlaufen. 1100 Beschäftigte hat der Konzern in Japan, davon ein Großteil Einheimische. An den Gebäuden seien durch das Erdbeben keine Schäden entstanden. „Wer private Angelegenheiten zu regeln hat, kann sich selbstverständlich jederzeit freistellen lassen“, erklärt der Konzernsprecher.

    Für wie lange die Mitarbeiter in Deutschland bleiben oder ob sie überhaupt wieder nach Japan zurückkehren, darüber gibt es noch keine Entscheidung. Cordshagen: „Jetzt müssen wir sie erst einmal heil nach Hause bringen.“ Zu Hause wird Christine Olma erst mal bei den Schwiegereltern wohnen, „aber ich wünsche mir, dass es so schnell wie möglich wieder zurückgeht, Japan ist schon fast so etwas wie ein Zuhause geworden“.

    Andere große Firmen der Region haben derzeit keine Mitarbeiter in Japan. Die Schrobenhausener Bauer AG zum Beispiel hat zwar eine Niederlassung im Großraum Tokio, die zehn Mitarbeiter sind aber ausschließlich Japaner. Media Markt ist ebenfalls nicht betroffen. Ihre Märkte in Asien sind beide in Shanghai. Es bestehe kein Grund zu handeln, so eine Unternehmenssprecherin. Und auch EADS beschäftigt derzeit keine Deutschen in Japan.

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