So gut wie jeder dürfte ein Lieblingsbuch haben. Warum man eben dieses Buch besonders ins Herz geschlossen hat, dafür gibt es unterschiedliche Gründe.
Mal ist es ein Charakter, den man besonders mag, in einem anderen Fall schafft es der Autor, Emotionen zu wecken, den Leser zu inspirieren und ihn so mit seiner Geschichte zu fesseln, dass er das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte und es immer und immer wieder liest. Was also genau ein Buch zu einem Lieblingsbuch macht, ist von Leser zu Leser unterschiedlich und schwer an objektiven Kriterien auszumachen.
Was aber ein Buch zu einem schönen Buch macht, das zeigt die Stiftung Buchkunst schon seit vielen Jahren anhand verschiedener Aspekte. Auch für das vergangene Jahr 2015 hat sie wieder die 25 schönsten deutschen Bücher zusammengestellt, die in einer Ausstellung noch bis zum 29. April in der Stadtbücherei Ingolstadt im Herzogkasten zu sehen sind. Unterstützt wird die Präsentation von der Pirckheimer-Gesellschaft Bayern, einem Verein, in dem sich Bücherfreunde und Sammler zusammengeschlossen haben.
Bis es aber ein Buch tatsächlich auf die Bestenliste der schönsten Bücher schafft, wird es erst einmal von zwei Expertenjurys kritisch beurteilt, wie Katharina Hesse, die Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, erläutert. Rund 800 Einsendungen erhalte man jährlich, nur 25 werden am Schluss in fünf Kategorien (Allgemeine Literatur, Wissenschaftliche Bücher, Schul-, Sach- und Lehrbücher, Kinder- und Jugendbücher, Kunst- und Fotobücher) ausgezeichnet. Dabei gehe es aber gar nicht darum, dass ein Buch durch ganz besonders ausgefallene grafische Gestaltung heraussticht, vielmehr sortiere man oft Bücher aus, die völlig überladen wirken: „Ein schönes Buch muss nicht unbedingt eine Designparty sein“, sagt Hesse. Vielmehr spielen andere Faktoren eine Rolle. Die Schrift etwa muss zum Inhalt insgesamt passen. „Ich kann keine liebliche Schrift für ein hartes Thema nehmen“, erklärt Hesse. Und auch das Papier muss einfach zum Buch passen. Ein angenehmes Thema könne man ruhig auf weichem Naturpapier präsentieren, bei einem Thriller aber müsse man Papier verwenden, bei dem einem „die Finger weh tun“, wie sie schmunzelnd erzählt.
Auch wie der Text auf einer Seite angeordnet ist, ob das Buch ordentlich gebunden ist, wie Schutzumschlag und Buchdeckel miteinander harmonieren und viele weitere Faktoren spielen eine Rolle. „Unser Ziel ist es, dass alle Bücher gut gemacht werden“, sagt Hesse, denn nur so nehme der Leser sie gerne zur Hand. „Denn oft gefällt einem ein Buch nicht, obwohl der Inhalt eigentlich gar nicht so schlecht wäre“, sagt sie.
Erfreulicherweise gehe der Trend wieder mehr zum gut gemachten Buch. Denn anders als noch vor 15 Jahren würden immer mehr Verlage auf eine bessere Qualität achten.