Ehekirchen Als Albert Bachmayr vor 80 Jahren auf die Welt kam, da waren Hausgeburten noch etwas ganz Normales. Die Hebamme, die Albert Bachmayrs Mutter beim Ent-binden half, hatte an diesem Tag alle Hände voll zu tun. Denn das Kind der Nachbarn hatte genau zum selben Zeitpunkt beschlossen, das Licht der Welt zu erblicken. So pendelte die Hebamme an jenem Tag von einem Hof zum anderen, bis alle zwei Babys glücklich und zufrieden in den Armen ihrer Mütter lagen. Leider konnte sein am gleichen Tag geborener Nachbar den 80. Geburtstag nicht mehr feiern, weil er vor einigen Jahren gestorben ist.
Aus Platzgründen wurde die Ge-burtstagsparty von Albert Bachmayr in die Garage verlegt, um mit den vielen Gratulanten und einem Gläschen Sekt anzustoßen. Ein Neffe, der ebenfalls in Ehekirchen wohnt, kümmert sich um den sympathischen Rentner und organisierte die Geburtstagsfeier.
Als siebtes Kind eines Landwirts ging Albert Bachmayr acht Jahre in Ehekirchen zur Schule und half danach auf dem elterlichen Hof. Nebenbei verdiente er sich als Torfstecher im Moos ein bisschen dazu. Noch heute beherrscht er das „Dengeln“, ein Verfahren zum Schärfen der Schneide einer Sense oder Sichel. Das kleine schmucke Häuschen des Jubilars liegt in der Mitte Ehekirchens und ist sein ganzer Stolz. Er lebt dort zwar allein, aber er versorgt sich weitgehend selbst, hackt Holz für den Ofen und kümmert sich um den Garten. Einmal in der Woche sieht man ihn den Bürgersteig mit einem Reisigbesen kehren, den er im Übrigen selbst angefertigt hat. Der Jubilar ist topfit und behauptet, „ich war noch nie krank“. Außerdem ist er eifriger NR-Leser, die Tageszeitung gibt der Frühaufsteher noch vor 7 Uhr an seine Nachbarin weiter. Warum er nie geheiratet hat, kann er nicht so genau sagen, aber er ist gerne allein und kommt gut damit zurecht. „Dann kann ich wenigstens mit niemandem streiten“, schmunzelt Albert Bachmayr.
Ehekirchens Bürgermeister Günter Gamisch und Gemeinderat Thomas Braun besuchten den Jubilar, um zu gratulieren und ein Präsent zu überreichen. Michael Köglsperger überbrachte im Namen der Feuerwehr einen Geschenkkorb und Glückwünsche. (bed)