Rennertshofen-Emskeim Die gut-nachbarlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Freiwilligen Feuerwehren aus Ammerfeld und Emskeim erlebten jetzt eine erfrischende Neuauflage: Die Floriansjünger aus Emskeim erklärten sich bereit, für die 125-Jahr-Feier der Ammerfelder vom 1. bis 3. Juni nächsten Jahres die Patenschaft zu übernehmen.
Wie es guter Brauch ist, rückten die Bittsteller, die Fahnenabordnung voraus, in großer Zahl an und führten auch einen Handwagen mit, auf dem sie ein paar Fässer Gerstensaft und eine Brotzeit geladen hatten, um ihren künftigen Paten die Entscheidung etwas zu erleichtern. Empfangen wurden die Gäste mit einem zünftigen Marsch der Emskeimer Musikanten. Nachdem Vorsitzender Peter Burzler sein Anliegen vorgebracht hatte, lud Emskeims Feuerwehrchef Gerhard Stoll zum weiteren verbalen Schlagabtausch ins Zelt ein. Erste Pluspunkte konnte Burzler bereits ergattern, als er die Emskeimer Musikkapelle mit gekonntem Schlag auf der großen Trommel verstärkte. Im Zelt starteten dann in wohlgereimten Versen die schwierigen Verhandlungen. Über den ersten Versuch, die Gunst der Paten mit einem 15-Liter-Fässchen für die Mannschaft und einer großen Kette von Knackwürsten für Gerhard Stoll zu gewinnen, konnte dieser nur lachen: „Siehst du die vielen trockenen Kehlen? Da werden Hektoliter fehlen!“, forderte er zu einer gehörigen Nachbesserung auf. Als diese prompt mit einem weiteren Fass Bier und dem Versprechen „Kommt ihr bei uns mit Hunger an, gibt’s Brot und Wurst für alle Mann“, befriedigt war, mussten die Bittsteller erst einmal eine scharfe Suppe auslöffeln, durften ihre brennenden Kehlen mit frischem Bier löschen und mussten dann auf das unvermeidliche Holzscheit. „Denn nur mit Schmerzen und Manneskraft, erwirbt man eine Patenschaft“, meinten die Emskeimer dazu. Auch Bürgermeister Ernst Gebert, der die Schirmherrschaft für das Fest übernommen hatte und gleich mit dem passenden Utensil, einem knallroten Schirm, ausgestattet wurde, entging dieser harten Prüfung nicht.
Bürgermeister zeigte sich leidensfähig
Der künftige Garant für schönes Wetter während der Festtage zeigte sich aber kampferprobt und versicherte nach überstandener Prozedur, er würde keine Spätfolgen davontragen. Schließlich habe er schon früher auf den Holzscheiten knien müssen und das mit ausgestreckten Armen, erinnerte er augenzwinkernd an seine Jugendzeit und gratulierte beiden Vereinen zu ihrer lebendigen und herzlichen Freundschaft.