Seit gestern sind wieder die Boten der Neuburger Pfarreiengemeinschaft unterwegs. 30 Mädchen und Buben ziehen in sechs Gruppen durch die Stadt. Von Sebastian Hofmann

Mittwoch, 13 Uhr: Im Kaplanshaus von St. Peter in der Neuburger Altstadt herrscht reges Treiben. Rund 30 Kinder und Jugendliche wuseln durcheinander, manche schminken sich gegenseitig die Gesichter dunkelbraun oder schwarz, andere lassen sich von den Ältesten im Raum goldene Papierkronen auf den Köpfen anpassen. Die Sternsinger der Pfarrreingemeinschaft stehen kurz vor ihrem ersten Einsatz. In sechs Gruppen ziehen sie seit gestern durch Neuburg, bis morgen werden sie noch alle Hände voll damit zu tun haben, die Häuser und Wohnungen in der Stadt zu segnen und um Spenden zu bitten.
Mitten drin sind die beiden Hauptbetreuer, Martin Rehm und Vanessa Roi. Die beiden 17-Jährigen sind verantwortlich für Werbung, Einkleidung und Einteilung der Sternsinger. Beide waren selbst schon als Caspar, Melchior oder Balthasar unterwegs. „Seit der 3. Klasse und immer wieder gern“, sagt Vanessa Roi mit freudigem Funkeln in den Augen. Nach knapp einer Dreiviertelstunde Vorbereitung zieht sie mit ihrer Gruppe Richtung Schwalbanger los. Alles Buben, die unbedingt laufen wollten statt den Stadtbus zu nehmen. Die drei Großen, Tobias Reichart, Tom Henkel und Bendikt Golder, elf und zwölf Jahre alt, blödeln auf dem Weg mit Sternenstab und Weihrauchfässchen herum. Betreuerin Vanessa nimmt das gelassen: „Das sind ganz Liebe und sie machen ihre Aufgabe gut.“
Der Jüngste in der Gruppe ist ganz ruhig. Samuel Hornauer ist sieben Jahre alt und in diesem Jahr zum ersten Mal als Sternsinger unterwegs. Er spielt Melchior. Auf die Frage, ob er nervös sei, antwortet Samuel bestimmt mit „Nein“ und zeigt ein lausbübisches Grinsen auf dem braun bemalten Gesicht. Die Gruppe vereinbart, dass der Neuling gleich bei der ersten geöffneten Tür den Text aufsagen darf.
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