Neuburg „Süßes oder Saures“, fordern die beiden schwer bewaffneten und maskierten Desperados etwas schüchtern, aber dennoch in bester Wild-West-Manier. Erschrocken reißen die Mädchen und Buben, die gerade mit einem von einem Spezialfahrzeug gezogenen Planwagen über das zehn Hektar große Gelände des Neuburger Tierheimes fahren, die Augen auf.
Der „Überfall“ rückte aber schnell in ein anderes Licht, als die beiden Banditen ihre mitgebrachte Schatztruhe öffneten. Darin lagen nämlich lauter Süßigkeiten, welche die Besucher an sich nehmen durften. Der Gag zählte mit zu den Besonderheiten der „Nacht im Tierheim“, welche der Tierschutzverein nach dem großartigen Erfolg im vergangenen Jahr am vergangenen Freitag neu aufleben ließ.
Eingeladen waren 80 Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene und deren Betreuerinnen und Betreuer aus verschiedenen sozialen Einrichtungen wie der Arbeiterwohlfahrt Neuburg, dem Kinder- und Jugendhilfezentrum Schrobenhausen, dem Familiennachsorgeverein Elisa, der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Kliniken St. Elisabeth sowie dem Maria-Weigl-Haus. Eine sogenannte Raunacht mit etwas mehr Gruselaktivitäten, vermummten Gestalten und einem großen Lagerfeuer hätte es werden sollen.
Weil aber die dazu gehörende winterliche Kulisse fehlte, fand das Ganze in etwas abgespeckter Form statt, bedauerte Tierschutzvereins- vorsitzender Gerhard Schmidt. Großer Andrang herrschte auch im Katzenhaus. Mit der Nacht im Tierheim, setzt der Verein auf einen ganz besonderen Ansatz. Behinderte Menschen sind nämlich besonders dankbar, wenn sie mit Tieren in Berührung kommen dürfen. Und das konnten sie am Freitagabend zur Genüge. Viele der Hunde laufen nämlich frei herum. So ganz ohne Stress und mit einem Sozialverhalten, welches sich die meisten erst im Tierheim aneigneten. Da bot sich natürlich den kleinen Besuchern die Möglichkeit, sich ganz ohne Scheu den Vierbeinern zu nähern.
Und während Tierschutzvereinsvorsitzender Gerhard Schmidt, der mit Frau Hartmann von der Klinik St. Elisabeth die Idee zu dieser Nacht hatte, unentwegt am Steuer des vierradangetriebenen Geländefahrzeuges sitzt, um den Besuchern zu zeigen, welch optimales Areal die Tiere hier vorfinden, wird Organisatorin Sonja Wilde nicht müde, alle Fragen zu beantworten.