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Denkmalschutz: Visite bei einem fast 300-jährigen Patienten

Denkmalschutz

Visite bei einem fast 300-jährigen Patienten

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    Wie können die Schäden an der Bruchsteinmauer fachmännisch behoben werden? Dieser Frage gingen Architekt Erich Kunz, Archivleiter Gerhard Klotz und der Bertoldsheimer Schlossbesitzer nach (von links).
    Wie können die Schäden an der Bruchsteinmauer fachmännisch behoben werden? Dieser Frage gingen Architekt Erich Kunz, Archivleiter Gerhard Klotz und der Bertoldsheimer Schlossbesitzer nach (von links). Foto: Geyer

    „Es ist wie eine Chefarztvisite“, verglich der Bertoldsheimer Schlossherr den Besuch, den das fast dreihundert Jahre alte Barockschloss unlängst vom Landesamt für Denkmalpflege erhalten hatte. Der Leiter des Bauarchivs in Thierhaupten, Gerhard Klotz, hatte Architekten und Bauhandwerker zu einem praktischen Fortbildungsseminar zum Thema „Sicherung von Bruchsteinmauerwerk“ auf Schloss Bertoldsheim eingeladen. Mit im „Chefärzteteam“ waren auch Erich Kunz als leitender Architekt der Schlossrenovierung und die zuständigen Statiker Michael Löffler und Erik Eberhardt vom Münchener Ingenieurbüro Barthel&Maus. Als Ziele des Workshops nannte Klotz zum einen Einblicke in die Besonderheiten historischer Mauern und das Erkennen von Schäden, zum anderen sollten die Teilnehmer Erkenntnisse mitnehmen, wie Schäden bauhandwerklich durch Ergänzen von Fehlstellen und konservatorisch durch den Erhalt der Bausubstanz im Status quo behandelt werden. Da in der Ausbildung der Baufachleute historische Techniken und Materialien stiefmütterlich behandelt würden, stehe und falle der Erfolg restauratorischer Maßnahmen mit dem Wissen und Können, aber auch mit dem Einfühlungsvermögen der Beteiligten.

    Das Bertoldsheimer Schloss (erbaut von dem Eichstätter Baumeister Gabriel de Gabrieli in den Jahren 1718 bis 1730) gab den idealen Patienten: Die gewaltige, bis zu zwölf Meter hohe Mauer an der Ostseite zeigt erhebliche Schäden, sodass die darunter vorbeiführende Straße sicherheitshalber schon längere Zeit abgesperrt werden musste. Der Zahn der Zeit hatte mit Frostaufbrüchen, Verwitterung, Pflanzenbewuchs und durch die massive Sprengkraft von Baumwurzeln ganze Arbeit geleistet. Ein Teil der Bruchsteinmauer ist bis zu einer Dicke von rund einem halben Meter herausgebrochen, dort klafft jetzt ein gewaltiges Loch.

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