Burgheim Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung ist nicht selten als „Depperl-Test“ verschrien. Doch wer tatsächlich zur MPU muss, um seinen Führerschein wiederzubekommen, der hat oft schwerwiegende Probleme. Alkohol- und Drogenmissbrauch gehören dazu. Wer allerdings den ersten Schritt wagt und sich der Untersuchung stellt, der hat schon fast gewonnen. Das sagt Marco Schleehuber. Der Burgheimer ist der einzige Fahrlehrer im Landkreis, bei dem sich Betroffene auf die MPU vorbereiten können – und Vorbereitung auf den Test braucht es.
In der Vergangenheit muss geforscht werden
Seit nun mehr zwei Jahren darf Marco Schleehuber die Vorbereitungsseminare abhalten. Hauptberuflich ist er aber immer noch Fahrlehrer. In Burgheim hat er eine eigene Fahrschule mit vier Mitarbeitern. Weil er aber noch zusätzlich etwas machen wollte, hat er sich weitergebildet. Auf einem Lehrgang, der ihn ein Jahr lang immer wieder über eine Woche oder zwei nach Stuttgart führte, hat er die nötigen Kenntnisse erworben. Kraftfahreignungsberater ist er seitdem. Derzeit bereiten sich zwölf Leute bei ihm auf ihren Untersuchungstermin vor.
Für Marco Schleehuber steht am Beginn des Prozesses aber immer die Ursachenforschung. Dem Großteil seiner Klienten wurde der Führerschein wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauchs entzogen. Bis sie ihn wieder bekommen, müssen sie nicht selten viel Geld in die Hand nehmen – und noch mehr Zeit. „Viele Menschen glauben, sie müssen bei der Untersuchung nur erzählen, dass sie nichts mehr trinken oder keine Drogen mehr nehmen, dann bekommen sie den Lappen wieder. So einfach ist es aber nicht.“
Die Wurzel des Übels zu finden heißt also für den Fahrlehrer meist, in der Vergangenheit seiner Klienten zu forschen. „Jeder Mensch, der übermäßig viel trinkt oder Drogen nimmt, hat ein Problem.“ Dieses Problem gilt es in Einzelgesprächen zunächst zu finden. Deshalb hat Schleehuber auch zwei Psychologen in seinem Team, die den Klienten helfen. Schleehuber ist also nicht nur Trainer, sondern muss auch zuhören können. So entstehen intensive Kontakte zwischen ihm und seinen Klienten. Der Prozess ist langwierig, manche Menschen begleitet er fast ein Jahr, bis sie bereit für die MPU sind. Aber nicht nur die Hintergründe werden in Schleehubers Seminaren beleuchtet, es gibt auch praktische Übungsteile, die sehr ähnlich in der echten MPU verlangt werden.
Computertest im Kleinformat
Für junge Menschen weniger ein Problem, für ältere Semester oft eine schwere Hürde, ist der Computer-Reaktionstest, der einen Teil der Medizinisch Psychologischen Untersuchung ausmacht. Den Besserungswilligen wird nur wenige Sekunden lang ein Bild auf einem Monitor gezeigt, danach müssen sie Fragen zu dem Gesehenen beantworten. Um auch diese Aufgabe üben zu können, hat sich Marco Schleehuber einen ähnlichen Apparat bauen lassen. Im geschützten Umfeld des Konferenzraumes können sich seine Klienten an diese Aufgabe gewöhnen. „Wenn man aber am Computer-Reaktionstest scheitert, ist man nicht automatisch durch die MPU gefallen“, erklärt Schleehuber. Eine Autofahrt unter Prüfungsbedingungen kann Ausgleich schaffen.
Nach eigener Aussage hat Marco Schleehuber bis jetzt eine sehr gute Erfolgsquote: Alle seine Klienten haben die Medizinisch-Psychologische Untersuchung bestanden. „Von einem habe ich sogar direkt danach einen Anruf bekommen. Er hat am Telefon vor Freude geweint“, erzählt Schleehuber. Für viele Menschen stelle die MPU zudem eine Wendung im Leben dar. „Viele sind im Nachhinein ganz froh, dass der Lappen weg war.“ Marco Schleehuber bietet die Kurse nicht nur in Burgheim, sondern auch in Rain, Neuburg, Pöttmes und Augsburg an.
Details Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.mpu-vorbereitung-bayern.de