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Auenprojekt: Wasser, marsch!

Auenprojekt

Wasser, marsch!

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    Viele Neugierige verfolgten die Premiere am Donaudamm. Unter ihnen auch Landrat Roland Weigert, sein Vorgänger Dr. Richard Keßler und Prof. Dr. Bernd Cyffka, der Leiter des Aueninstituts.
    Viele Neugierige verfolgten die Premiere am Donaudamm. Unter ihnen auch Landrat Roland Weigert, sein Vorgänger Dr. Richard Keßler und Prof. Dr. Bernd Cyffka, der Leiter des Aueninstituts. Foto: Manfred Reichl

    Es war ein gigantischer Anblick, als sich gestern Abend beim zweiten Ausleitungsbauwerk westlich der Staustufe Bergheim die Schleusen zur ersten ökologischen Flutung des Auwaldes öffneten. Bis zu 20 Kubikmeter Donauwasser pro Sekunde schossen daraufhin in den Längenmühlbach. Einige Hundert Meter weiter verbindet sich dieser mit dem neuen Umgehungsgraben. Acht Kilometer lang zieht er sich durch den Wald, bis er bei Gerolfing wieder in die Donau mündet.

    Projektleiter Thomas Zapf und Abteilungsleiter Walter Hoferer vom Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt drückten gegen 18.15 Uhr den Knopf beim Ausleitungsbauwerk auf Höhe des Gewerbegebiets Grünau direkt am Donaudamm. Zu diesem Zeitpunkt zeigte der Pegel bei Neuburg den Mindestabfluss für eine ökologische Flutung an: 600 Kubikmeter in der Sekunde, mehr als 1000 dürfen es nicht sein. Bis zu 30 Kubikmeter können bei diesen Niedrighochwässern in den Auwald geleitet werden. Damit werden 120 von insgesamt 2100 Hektar Auwald zwischen Ingolstadt und Neuburg unter Wasser gesetzt. Ziel der Flutungen ist es, dass sich die Pflanzenwelt im Auwald zumindest in Teilbereichen den einstigen natürlichen Gegebenheiten wieder anpasst. Begleitet wird dieses Naturschauspiel in den kommenden Jahren vom Aueninstitut, für das Wissenschaftler der Uni Eichstätt arbeiten. Eine ganze Reihe von ihnen mit Professor Dr. Bernd Cyffka an der Spitze wohnten dem Schauspiel bei, wie auch Altlandrat Dr. Richard Keßler, der das Projekt mit auf den Weg gebracht hat.

    Gestern Abend wurden die Schleusen noch nicht ganz geöffnet. „Wir wollen erst einmal sehen, ob das Wasser auch den richtigen Weg nimmt“, erklärte Hoferer. Für ihn und Zapf war der Augenblick nicht minder spannend als der Startschuss für die Dynamisierung der Donauauen vor einem Jahr durch Umweltminister Markus Söder. Dies war der Höhepunkt für das europaweit beachtete, 15 Millionen Euro teure Projekt.

    Gestern folgte nun das i-Tüpfelchen – zwar mit etwas Verspätung, aber dies nicht ganz ungewollt. Denn die Böschung entlang des neuen Umgehungsgrabens ist jetzt etwas gefestigt und die Bepflanzung hat Fuß gefasst. Zwei- bis dreimal im Jahr können sich statistisch gesehen Flutungen bei Niedrighochwasser ergeben. Ob dann tatsächlich geflutet wird, hängt aber auch von der Grundwassersituation ab.

    Wie lange jetzt die Schleusen geöffnet bleiben, ist noch offen. „Das kann auch bis Freitag dauern“, meint Hoferer. Für alle Fälle wurden die betroffenen Wege im Auwald schon einmal abgesichert und abgesperrt.

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