Neuburg Das Datum passt genau. Am 17. Juni 1862 wurde die erste Feuerwehr in Neuburg gegründet. Auf den Tag 150 Jahre später feiern die Floriansjünger zum Jubiläum ein großes Fest. Drei Tage lang, vom 15. bis 17. Juni, dreht sich alles um das Thema Löschen und technische Hilfeleistung.
Johannes Nepomuk Pfahler, Vorstand des damals erst kurz zuvor gegründeten Turnsportvereins TSV Neuburg, war es, der die Freiwillige Feuerwehr Neuburg ins Leben rief. 1878 wurde für die Floriansjünger in der Altstadt das Feuerwehrhaus gebaut, heute ist darin die Touristinfo zu Hause. 15477 Mark kostete das Gebäude, das fast 100 Jahre die Heimat der teilweise bis zu 155 Aktiven war. Doch mit den neuen Gerätschaften wurde es zu eng. 1975 war der Spatenstich für das Gerätehaus in der Karl-Konrad-Straße. Dort wird auch das Jubiläum gefeiert.
Ein umfassendes Programm hat sich das Team um Kommandant Christian Braun und seinen Stellvertreter Markus Rieß ausgedacht. Hauptaugenmerk liegt auf der Werbung von Jugendlichen, denn wie jeder Verein muss auch die Feuerwehr um ihren Nachwuchs kämpfen. Deswegen steht der Freitag ganz im Zeichen der Jugend.
Höhepunkt wird am Samstag der wohl größte Wasserfall Bayerns sein, den die Feuerwehrler ab 12 Uhr am Donaukai errichten werden. 150 Strahlrohre spritzen Tausende Liter Wasser in riesigen Fontänen in die Donau und sollen so die Bürger auf das Großereignis aufmerksam machen. 450 Mann von 27 Feuerwehren aus dem Stadtgebiet und dem Landkreis, von THW, Wasserwacht, BRK und dem Verpflegungstrupp des Katastrophenschutzes helfen mit. Anschließend wird offiziell im Stadttheater gefeiert und danach geht es – etwas informeller – im Festzelt beim Gerätehaus mit der Band „Chlorfrei“ weiter. Am Sonntag gibt es einen Tag der offenen Tür, bei dem Einsatzführungen stattfinden und auch Führungen durch das Gerätehaus und das Feuerwehrmuseum angeboten werden. Ab 11 Uhr sind alle ehemals aktiven Feuerwehrkameraden aus den Stadtteilen zu einem gemütlichen Frühschoppen eingeladen.
Sie waren einst die Kämpfer der Stadt gegen Feuer und bei Unfällen, 76 Kameraden sind es heute. Doch die Zahl der Einsätze steigt massiv. 1983 toppte man erstmals die 100er Marke jährlich. Inzwischen sind es an die 400. Dabei gehe es immer mehr auch um Dienstleistungen, wie zum Beispiel das Transportieren eines Patienten über die Drehleiter, so Braun. Das größte Feuer hatten die Floriansjünger 1998 beim Brand in den Lagerhallen der damaligen Firma Europa-Carton zu löschen. Eine Woche lang waren Nachlöscharbeiten notwendig. Der aufwendigste Einsatz war das schlimme Pfingsthochwasser 1999. Für die Jubiläumsfeierlichkeiten hofft Braun auf ein ruhiges Wochenende. „Aber“, versichert er, „es steht immer ein Trupp bereit – auch wenn gefeiert wird.“
Bei uns im Internet
Die Feuerwehr hat einige Bilder aus den vergangenen Jahrzehnten zusammengestellt. Sie finden sie unter
www.neuburger-rundschau.de