Jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden und die Dämmerung schon am späten Nachmittag einsetzt, ist wieder Vorsicht geboten. Die Polizei ruft die Bürger gerade in der Herbstzeit zu erhöhter Vorsicht auf. Denn entgegen des Klischees werden weit über ein Drittel der Wohnungseinbrüche tagsüber begangen, wenn noch viele in der Arbeit oder beim Einkaufen sind.
Einfamilienhäuser sind besonders gefährdet
"Besonders gefährdet sind alleinstehende Einfamilienhäuser", erklärt der stellvertretende Inspektionsleiter Karl Hafner. Die Einbrecher suchen sich vor allem Häuser aus, die viel Beute versprechen - und wenig Nachbarn haben. "Neue Wohnsiedlungen sind besonders beliebt." Erfahrungsgemäß kommen die Verbrecher zu Fuß. Das Auto ist in einer Nebenstraße abgestellt. Daher komme es auf aufmerksame Nachbarn an, um die Einbrecher zu überführen. Zwar kann Hafner nicht mit Sicherheit sagen, dass die Banden die Häuser vorher stets stundenlang ausspionieren. Doch es handelt sich in der Regel um Ortsfremde, die sich die Dämmerung zunutze machen. Daher bittet Hafner die Bevölkerung auf verdächtige Unbekannte zu achten.
Einbrüche in Dämmerung werden selten aufgeklärt
Denn gerade bei Tageseinbrüchen sei die Aufklärungsquote besonders gering. Die Täter arbeiten in den meisten Fällen professionell und tragen Handschuhe. "Viele Spuren hinterlassen sie nicht", erklärt Hafner. Vor allem die schnelle Arbeitsweise der Einbrecher macht den Ermittlern zu schaffen. Nur zehn Minuten brauchen die Banden vom Einstieg in die Wohnung bis zum Verschwinden samt dem Diebesgut.
"Sie gehen zwar in mehrere Zimmer, durchsuchen meistens aber nur die Schubladen", sagt der stellvertretende Polizeichef. Denn ihr Beuteschema ist klar umrissen: Sie haben es auf Bargeld und wertvollen Schmuck abgesehen, also alles, was leicht zu transportieren ist, aber maximalen Profit bringt. Schwere Geräte hätten die Einbrecher überhaupt nicht im Visier, meint Hafner, selbst Laptops nehmen die Täter eher selten mit.
Wie aber schützen sich Hauseigentümer vor den Einbrechern in der Dämmerung? Hafner rät vor allem den Zutritt zu erschweren, denn Balkon- oder Terrassentüren seien in der Regel sehr einfach zu überwinden. "Am besten wäre es natürlich schon beim Hausbau in die Sicherung der Türen und Fenster zu investieren." Denn die Mehrheit der Täter zieht weiter, wenn sie nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten in das Gebäude kommt. Deswegen hilft es auch schon den Eindruck zu erwecken, jemand sei zu Hause. Eine Zeitschaltuhr zum Beispiel regelt die Beleuchtung der Wohnräume nach persönlichem Wunsch.