Neuburg-Schrobenhausen Die Streichliste, die Landkreisbetriebe-Chef Franz-Josef Simon für die Wertstoffhöfe im Landkreis herausgegeben hat, sorgt bei den Bürgern für Verunsicherung. Auf ihr stehen 14 der insgesamt 34 Wertstoffhöfe auf der Kippe, außerdem soll einer ganzen Reihe Mitarbeiter gekündigt werden. Denn die Einführung der Gelben Tonne sowie der kommunalen Papiertonne ab nächstes Jahr mache die vielen Wertstoffhöfe überflüssig. Außerdem müsse gespart werden, um die Mehrkosten für die Gelbe Tonne zu kompensieren, so Simons Begründung.
Gleichzeitig hat er aber immer betont: Seine Streichliste sei lediglich ein Szenario, keine beschlossene Sache. Trotzdem schlug die Veröffentlichung der „gefährdeten“ Wertstoffhöfe Wellen. Schon bei der alles entscheidenden Kreistagssitzung über das künftige Müllsystem im März hatte Kreisrat Anton Krammer (SPD) Landrat Roland Weigert eine Liste überreicht, auf der 339 Nutzer des Wertstoffhofes in der Neuburger Krautgasse für den Erhalt „ihres“ Wertstoffhofes unterschrieben hatten. Vor zwei Wochen hat er weitere 500 Unterschriften aus Karlshuld und Karlskron nachgereicht.
Entscheidend ist, wie stark der Standort genutzt wird
Bei der gestrigen Bürgermeisterdienstbesprechung wollte er deshalb mit den „Irritationen, die um die mögliche Schließung von Wertstoffhöfen entstanden sind“, aufräumen: Welche Wertstoffhöfe tatsächlich geschlossen werden, sei noch überhaupt nicht entschieden. „Wir müssen erst untersuchen, wie die einzelnen Standorte frequentiert sind“, sagte er. Erst wenn diese Zahlen vorliegen, könnten Entscheidungen getroffen werden.
Unbestritten sei dagegen, dass ab nächstes Jahr nicht mehr so viele Mitarbeiter gebraucht werden. Doch auch in diesem Fall steht (offiziell) noch keine genaue Zahl fest. „Wir werden alles mit Augenmaß machen, denn wir wollen insgesamt den Service nicht verschlechtern“, versprach Simon den Bürgermeistern."Kommentar
Diejenigen Wertstoffhöfe, die am Ende tatsächlich geschlossen werden, sollen nach Möglichkeit weiterhin kommunal genutzt werden. Nach den Worten von Simon haben sich bereits drei Bürgermeister bei ihm gemeldet, die im Fall der Fälle das Areal als gemeindlichen Lagerplatz nutzen wollen.
Mit der Einführung der Gelben Tonne muss ein Großteil der bisherigen Wertstoffe nicht mehr weggebracht werden. Regelmäßige Fahrten werden für die meisten dann nur noch für Altglas notwendig sein (und für Papier für all jene, die keine Papiertonne wollen). Weil Glascontainer auf öffentlichen Parkplätzen oder neben Supermärkten für die Landkreisbetriebe nicht infrage kommen, wollen sie zusätzliche Container mancherorts vor den Wertstoffhöfen aufstellen. Damit soll den eingeschränkten Öffnungszeiten Rechnung getragen werden.