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Museumsfreunde: Zwei Fronten im Armeemuseum

Museumsfreunde

Zwei Fronten im Armeemuseum

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    Manfred Dumann
    Manfred Dumann

    Ingolstadt Jahrzehntelang war es eine harmonische Zusammenarbeit zwischen dem Armeemuseum und dem Freundeskreis des Museums gewesen. Der Verein hat in dieser Zeit mehr als eine halbe Million Euro gesammelt und damit Exponate für das Museum finanziert. Doch seit der ehemalige Leiter Ernst Aichner im Ruhestand ist und sein Nachfolger Ansgar Reiß das Ruder übernommen hat, schwelt ein Konflikt. Eskaliert ist der Streit nun an der Wanderausstellung „Was damals Recht war.. – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“. Sie war bis zum 18. September im Armeemuseum zu sehen, organisiert von der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

    Der Freundeskreis um seinen Vorsitzenden, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Manfred Dumann, übt lautstark Kritik: Sie sei zu wenig objektiv, die Wehrmachtsjustiz sei zu einseitig dargestellt, die Zwänge in einem totalitären Regime würden ausgeblendet. „Nicht jeder Richter kann ein Verbrecher gewesen sein“, sagt Dumann. Auch das Rahmenprogramm ging „in eine gewisse Stoßrichtung“.

    Für kommenden Freitag haben die Freunde deshalb eine Podiumsdiskussion organisiert. Teilnehmen wird neben hochrangigen ehemaligen Bundeswehrangehörigen und einem Rechtsprofessor auch Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte. Er widerspricht den Thesen des Freundeskreises.

    Genauso wie Ansgar Reiß. Eine Teilnahme an der Diskussionsrunde hat er abgelehnt, distanziert sich sogar ausdrücklich von der Veranstaltung. Er befürchtet, dass es keine wissenschaftliche, sondern eine politische Debatte werden könnte. Reiß vertritt die Meinung: Auch wenn es innerhalb der Wehrmachtsjustiz ein Stück Normalität gegeben hat, darf diese nicht getrennt vom Unrechtsregime mit seinen exzessiv scharfen Urteilen gesehen werden. Immerhin waren während der Kriegsjahre 20000 Deserteure hingerichtet worden.

    Das Beispiel eines Richters, wie es in der Ausstellung zu sehen ist, der sich den Zwängen widersetzt hat, zeigt laut Reiß auch die andere Seite des Systems: Man konnte sich ihm entziehen.

    Dumann sieht die Mitglieder des Fördervereins – „alles honorige Leute“ – mit dem Aufflammen des Konflikts als „die Bösen“ diskreditiert, gar in die Nähe des rechten Randes gebracht: „Mangels Argumenten hat man uns in eine Ecke hineingedrängt.“ Ansgar Reiß will diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen: „Wenn, dann haben sie sich selbst in diese Ecke gestellt.“

    Doch bei einem Ziel sind sich beide Parteien einig: Sie hoffen, dass die Diskussion „sachlich abläuft.“

    Die Podiumsdiskussion findet am Freitag, 30. September, um 19 Uhr im Fahnensaal des Armeemuseums statt.

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