Was haben der FC Ingolstadt 04 und Borussia Dortmund gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Während die Schanzer in der zweiten Liga um den Klassenerhalt kämpfen, geht es für den amtierenden deutschen Meister um nichts Geringeres als die Titelverteidigung. Dennoch gibt es eine Parallele zwischen den beiden Klubs: Es sind die einzigen beiden Profimannschaften, die im deutschen Fußball im Jahr 2012 noch ungeschlagen sind.
Doch sowohl Dortmund als auch Ingolstadt stehen heute Abend zwei schwere Bewährungsproben bei den Tabellenzweiten der jeweiligen Liga bevor. Die Borussia muss um 20 Uhr gegen den FC Bayern München antreten und der FC 04 gastiert um 17.30 Uhr in der Commerzbank-Arena bei Eintracht Frankfurt. „Wir sind auf jeden Fall die Außenseiter und eigentlich chancenlos. Aber vielleicht ist genau das unsere Chance“, gab sich Ingolstadts Trainer Tomas Oral am Montag bescheiden: „Die Eintracht will und muss aufsteigen. Sie ist neben Greuther Fürth die offensivstärkste Mannschaft in der zweiten Liga. Da gilt es für uns, ganz konzentriert zu arbeiten. Fehler wie wir sie in den letzten 14 Tagen gemacht haben, dürfen uns in dieser Art und Weise nicht mehr passieren.“
Nach einem Ruhetag am Ostermontag – die Spieler durften sich nach dem emotionsgeladenen 3:3 gegen Aachen erholen – ließ Oral seine Mannschaft gestern noch einmal vor der Abfahrt zu einem „Geheimtraining“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit antreten. Über die Aufstellung seiner Elf gegen die Eintracht hüllte sich der 38-Jährige wie immer größtenteils in Schweigen. Er ließ aber durchblicken, dass die beiden zuletzt gelbgesperrten Caiuby und José Alex Ikeng wieder in die Mannschaft zurückkehren werden. Keinen Zweifel ließ er zudem an Marvin Matip aufkommen, der gegen Aachen am Sonntag nicht unbedingt seinen besten Tag erwischt hatte. Mit einem gravierenden Patzer leitete er quasi das 1:0 der Alemannia ein. „Es wäre fatal, Marvin jetzt an einem Fehler zu messen. Wir sind eine Mannschaft und da passieren eben auch Fehler. Marvin ist ein wichtiger Bestandteil des Teams und wird es auch bleiben“, erklärte Oral.
Dennoch sollten derartige Patzer heute Abend gegen die Torfabrik der Liga – Frankfurt erzielte in den bisherigen 29 Spielen 68 Tore – möglichst ausbleiben. Denn die Eintracht würde diese gnadenlos ausnutzen, glaubt Oral: „Aber ich denke, dass meine Mannschaft in den vergangenen Monaten eine Stabilität und einen Charakter entwickelt hat. Sie weiß, was zu tun ist.“
Wie man gegen Frankfurt bestehen kann, hat der FC Ingolstadt schon in der Vorrunde gezeigt. Im vorletzten Spiel unter Trainer Benno Möhlmann rangen die Schanzer der Eintracht immerhin einen Punkt ab. Nach dem Führungstreffer von Stefan Leitl glich in letzter Minute Karim Matmour noch aus. Dasselbe Ergebnis wäre Trainer Oral heute Abend wohl nicht unrecht. Es wäre ein Punkt, der Ingolstadt vor dem Kellerduell am kommenden Sonntag gegen Karlsruhe gut tun würde. Und es wäre ein Punkt, der die Fortsetzung der Erfolgsserie bedeuten würde. Seit zwölf Ligaspielen in Folge ist der FC 04 nun schon ungeschlagen. Da kann im deutschen Fußball derzeit nur der Meister mithalten. Dortmunds Serie hält bereits seit 23 Spielen an.