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FC Ingolstadt 04: Löwen beenden Schanzer Serie

FC Ingolstadt 04

Löwen beenden Schanzer Serie

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    Da war die Ingolstädter Welt noch in Ordnung: Torschütze Stefan Leitl (links) und Jose-Alex Ikeng (rechts) feiern den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.
    Da war die Ingolstädter Welt noch in Ordnung: Torschütze Stefan Leitl (links) und Jose-Alex Ikeng (rechts) feiern den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

    Die Szene, die sich am Samstagnachmittag in der 82. Minute auf dem Rasen der Münchner Allianz-Arena abspielte, hatte aus Sicht des FC Ingolstadt 04 irgendwie Symbolcharakter. Nachdem das Spielgerät über Umwege beim eingewechselten Collin Quaner gelandet war, brachte dieser doch tatsächlich das große Kunststück fertig, den Ball statt ins Tor in die Hände des bereits am Boden liegenden Löwen-Schlussmanns Gibor Kiraly zu schießen.

    Freilich - selbst wenn der ehemalige Bielefelder diese „hundertprozentige“ Möglichkeit genutzt hätte – die Begegnung war zu diesem Zeitpunkt bereits längst entschieden. Und zwar zugunsten des TSV 1860 München, der mit dem letztlich hochverdienten 4:1-Sieg nicht nur seine eigene Erfolgsbilanz gegen den FC Ingolstadt 04 ausbaute (die Löwen verloren bislang noch keine Zweitliga-Partie gegen die Ingolstädter), sondern zugleich auch die beeindruckende Serie der Schanzer von zuvor 14 ungeschlagenen Begegnungen hintereinander jäh beendete.

    „Nachdem wir ja auch das eine oder andere Spiel in der Rückrunde durchaus hätten verlieren können, war klar, dass unsere Erfolgsserie irgendwann reißen würde“, meinte FC 04-Innenverteidiger Ralph Gunesch, der sich aber mit der Niederlage in diesem oberbayerischen Derby dennoch nicht anfreunden konnte: „Wir wollten eigentlich den Klassenerhalt mit einem Sieg endgültig perfekt machen. Leider ist uns das aber vor allem aufgrund der gezeigten Leistung in der zweiten Halbzeit nicht gelungen.“ Dabei hatten sich die Gäste in einem von beiden Seiten alles andere als hochklassig geführten ersten Durchgang (FC 04-Trainer Tomas Oral: „Wir sind gut ins Spiel gestartet, hatten mehr Ballbesitz und Spielanteile und haben in dieser Phase eigentlich den Gegner beherrscht.“) mit dem 1:1-Pausenstand noch eine gute Ausgangslage für den erhofften „Dreier“ geschaffen. Löwen-Angreifer Kevin Volland, der in der kommenden Saison zum Bundesligisten TSG Hoffenheim wechselt, war zwar in der 22. Minute nach einer Rukavina-Flanke der etwas überraschende Führungstreffer für die „Blauen“ gelungen. Doch FC 04-Kapitän Stefan Leitl gelang nach einem schönen Doppelpass mit Ex-Löwe Manuel Schäffler, der für Adam Nemec in der Startformation stand, mit einem 18 Meter-Schuss der 1:1-Ausgleich (32.). Die Oral-Truppe also auf Kurs?

    Jein. Denn der Knackpunkt in dieser Partie folgte bereits unmittelbar nach Wiederbeginn. Ein Eckstoß von Ex-Nationalspieler Benny Lauth segelte durch den Ingolstädter Fünf-Meter-Raum und landete beim sichtlich überraschten Stefan Aigner, von dessen Oberkörper der Ball ins gegnerische Tornetz sprang (48.). Dem Team von Cheftrainer Reiner Maurer sowie dessen Anhang unter den 21100 Zuschauern – darunter auch rund 2000 mitgereiste FC 04-Fans – war es freilich egal.

    Startschuss zu einer „famosen zweiten Halbzeit“

    Es war letztlich der Startschuss zu einer „famosen zweiten Halbzeit“ (Maurer) der Löwen, die sich nun nahezu nach Belieben durch das Ingolstädter Zentrum spielen und kombinieren konnten. Die logische Konsequenz: Nachdem der starke Dominik Stahl mit einem herrlichen 18 Meter-Schuss auf 3:1 erhöht hatte (60.), ließ Kevin Volland, den die Hintermannschaft der Gäste überhaupt nicht in den Griff bekam, seinen zweiten Streich folgen und stellte den 4:1-Endstand her.

    „Keine Frage, wir haben den Löwen im zweiten Abschnitt zu viel Platz und Raum gelassen – und die haben das einfach sehr gut ausgenutzt“, resümierte Gunesch, der trotz seiner Enttäuschung den Blick schon wieder nach vorne richtete: „Wir dürfen uns jetzt von dieser Niederlage nicht umwerfen lassen, sondern müssen konzentriert in Richtung kommenden Sonntag arbeiten, wenn Energie Cottbus zu uns kommt.“ Ob es für die Schanzer in dieser Partie weiter um den Klassenerhalt oder „nur“ noch um den Relegationsplatz geht, wird sich in der heutigen Montags-Begegnung gegen Alemannia Aachen und Eintracht Frankfurt zeigen. Sollte Aachen nicht gewinnen, könnte der FC 04 im schlechtesten Fall nur noch auf Platz 16 abrutschen.

    TSV 1860 München: Kiraly – Rukavina, Aygün, Vallori, Schindler – Stahl, Nicu (81. Maier) – Aigner, Rakic (68. Bülow) – Volland, Lauth (75. Halfar).

    FC Ingolstadt 04: Özcan – Görlitz, Gunesch, Biliskov, Schäfer – Matip (74. Haas), Ikeng (64. Quaner) – Leitl, Caiuby – Schäffler (60. Nemec), Akaichi.

    Tore: 1:0 Volland (22.), 1:1 Leitl (32.), 2:1 Aigner (48.), 3:1 Stahl (60.), 4:1 Volland (76.). – Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück). – Zuschauer: 21100.

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