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Kanu: 4000 Kilometer später...

Kanu

4000 Kilometer später...

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    In Serbien schlich sich kurzzeitig ein „blinder Passagier“ auf das Boot von Sandy Robson. Bei der Australierin sorgte das für Erheiterung.
    In Serbien schlich sich kurzzeitig ein „blinder Passagier“ auf das Boot von Sandy Robson. Bei der Australierin sorgte das für Erheiterung.

    Neuburg Als Sandy Robson im Mai des vergangenen Jahres am Steg des Neuburger Donau Ruderclubs anlegte, hatte die Australierin ein hehres Ziel im Gepäck. Mit ihrem Kajak wollte sie auf den Spuren des legendären Globetrotters Oskar Speck von Ulm bis nach Australien paddeln. Seither ist fast genau ein Jahr vergangen und eine Menge passiert. Davon erzählt die 44-Jährige, wenn sie in den nächsten Tagen wieder nach Deutschland kommt. Am kommenden Montag hält sie in Ulm einen Vortrag über die erste Etappe ihrer Reise bis nach Zypern.

    „Als ich letztes Jahr in Ulm gestartet bin, haben mir die Leute dort gesagt, dass es der Letzte, der mit so einer verrückten Idee in Ulm ins Wasser gegangen ist, gerade einmal 20 Kilometer weit geschafft hat. Ich bin stolz, ihnen am Montag die Fotos zeigen zu können, wie ich bis jetzt schon 4000 Kilometer hinter mich gebracht habe“, erklärt Sandy Robson.

    Etwas mehr als vier Monate war die australische Kajak-Trainerin unterwegs, um die Strecke von Ulm über Österreich, Ungarn, Serbien, Mazedonien, die griechischen Inseln, die Türkei bis nach Zypern mit ihrem Boot zu absolvieren. „Das Beste an der Reise waren tatsächlich die unterschiedlichsten Kulturen, Landschaften und die ganzen netten Leute, die ich kennengelernt habe“, schwärmt Robson. Schon kurz nach ihrem Stopp in Neuburg traf sie beispielsweise das Pärchen Patrick und Johanna, mit dem sie anschließend bis nach Ungarn paddelte. Von dort ging es alleine weiter nach Serbien. „Ich hatte zuerst etwas Angst, wegen der ganzen Geschichten, die ich bis dahin gehört hatte. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass diese nicht ferner von der Wahrheit hätten sein können. Die Menschen dort haben mich so herzlich empfangen und mir geholfen, wo es nur ging“, schwärmt die Australierin. Überhaupt sei die Fahrt durch den Djerdap Nationalpark der mit Abstand schönste Teil ihrer Reise auf der Donau gewesen: „Das kann ich jedem nur empfehlen.“

    Eine weitere Empfehlung wird sie sich auch selbst zu Herzen nehmen, wenn sie demnächst zur zweiten Etappe von der Türkei nach Indien aufbricht: „Ich durfte unter anderem nicht über die Grenze von Griechenland in die Türkei paddeln, weil mir die Erlaubnis dazu gefehlt hat. Das war schon sehr enttäuschend. Das nächste Mal würde ich mich darum deutlich früher kümmern.“ Aus dem gleichen Grund tauschte sie nun auch ihr bisheriges Kajak mit einem Faltboot – um noch flexibler auf etwaige Probleme reagieren und wenn nötig auf dem Landweg leichter die Grenzen überqueren zu können.

    Momentan wartet sie auf ein offizielles Schreiben aus dem Iran, wo sie im Juni gemeinsam mit einem Freund aus Serbien den Persischen Golf befahren will und damit deutlich von der Reiseroute ihres Vorbildes Oskar Speck abweicht. Der abenteuerlustige Deutsche hatte in den 1930er Jahren den direkten Weg von Zypern über Syrien und den Irak gewählt. Doch die politischen Unruhen in Syrien ließen das momentan nicht zu, erklärt Robson etwas enttäuscht. Der Iran ist die Alternative.

    Nach der Monsun-Saison ist dann das letzte Stück über Pakistan bis nach Indien geplant, wo sie bis spätestens Februar 2013 am Südzipfel des Landes ankommen möchte. „Ob mir das gelingt, hängt unter anderem davon ab, wann mir das Geld ausgeht“, erklärt Robson, die daher weiterhin auf der Suche nach Unterstützern und Sponsoren ist (siehe Infokasten): „Darüber mache ich mir mehr Sorgen als über irgendwelche Piraten.“

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