Neuburg Die Auftritte der Neuburger Basketballer waren in der zurückliegenden Saison ein Garant für spektakulären Sport. Verstärkt mit den beiden Amerikanern Rawlston Charles und Derrick Harris beendete die Mannschaft des TSV die Oberligasaison auf Platz zwei und qualifizierte sich für den Aufstieg in die Regionalliga II. Jetzt allerdings bestätigte Abteilungsleiter Volker Brendemühl, dass der Verein das Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen wird. Von Andreas Kornes

Und es könnte sogar noch schlimmer kommen: Der TSV Neuburg will laut Brendemühl in der kommenden Saison eine Mannschaft nur noch in der Bezirksliga an den Start schicken. Selbst das ist aber ungewiss, denn noch ist nicht geklärt, wie viele Spieler den Gang in die Bezirksliga mit antreten werden. "Ich habe die Befürchtung, dass viele sagen werden, dass sie Bezirksliga auch in Ingolstadt spielen können", sagte Brendemühl. Hintergrund ist, dass ein Großteil der aktuellen Mannschaft aus Ingolstadt stammt.
Die Argumente für den Rückzug aus den höheren Gefilden des Basketballs sind erschlagend. Zum einen hatte der Deutsche Basketballbund kurz vor Ablauf der Meldefrist Ende Mai beschlossen, die Ausländerregelung zu ändern. Das Kontingent sei "quasi über Nacht" (Brendemühl) von drei auf zwei reduziert worden. "Dazu kommt, dass die Definition eines ausländischen Spielers geändert wurde. "Bislang galt jemand, der schon länger als fünf Jahre in Deutschland lebt, nicht als Ausländer. Das wurde kurzerhand gestrichen." Beim TSV Neuburg sind Drazan Petrovic und Jusuf Dizdarevic von dieser Regeländerung betroffen und würden plötzlich als Ausländer gelten. Dazu kämen dann noch Charles und Harris. "Ich kann aber nicht zu einem Spieler, der schon jahrelang für den TSV spielt, sagen, dass er wegen der Amerikaner aus der Mannschaft fliegt", sagte Brendemühl. Ohne Harris und Charles, die in der vergangenen Saison die erfolgreichsten Punktesammler der gesamten Oberliga (wird ab der kommenden Saison in Bayernliga umbenannt) waren, hätte die Regionalliga sportlich aber nicht gestemmt werden können.
Zweiter Grund für die Entscheidung Brendemühls sei gewesen, dass Neuburg einen Tag vor Ablauf der Meldefrist aus der Süd- in die Nordgruppe verfrachtet wurde. "Für uns hätte das erheblich weitere Fahrten bis nach Thüringen und Sachsen bedeutet", sagte Brendemühl. Die Fahrt- und Übernachtungskosten wären explodiert.
Das, gepaart mit der ohnehin schon schwierigen Suche nach Sponsoren, hätte letztlich den Ausschlag gegeben für "die schwierige Entscheidung", die Mannschaft nicht in der Regional- oder Oberliga zu melden. Der Verband habe ihm mit seinen kurzfristigen Vorgaben keine andere Möglichkeit gelassen.
Damit ist nun völlig offen, wie es mit dem Männerbasketball in Neuburg weiter geht. Noch in dieser Woche wird es eine Sitzung mit Mannschaft und Vorstand geben, bei der geklärt werden soll, wer künftig in Neuburg spielt. Brendemühl: "Ich weiß nicht, ob wir eine Mannschaft zusammen bekommen werden." Möglich sei auch, "dass wir wieder ganz von vorne anfangen müssen". Im Zentrum der kommenden Jahre stehe ohnehin, die Nachwuchsarbeit zu intensivieren. Kommende Saison hat der TSV Neuburg nur eine U12-, eine U14- und eine Frauenmannschaft im Spielbetrieb. Das soll sich so bald als möglich ändern. Den Schwung eines Aufstiegs kann der TSV dafür nun aber nicht mehr nutzen.
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