Sonntag, 26. Mai 2013

09. Januar 2011 20:10 Uhr

"Haben zueinandergefunden"

Belek Am gestrigen Sonntag kehrte Fußball-Zweitligist FC Ingolstadt von seinem Trainingslager im türkischen Belek zurück nach Oberbayern. Vor dem Abflug in die Heimat sprach unser Mitarbeiter Roland Geier mit FCI-Trainer Benno Möhlmann unter anderem über dessen Eindrücke der vergangenen arbeitsintensiven Tage.

Gesprächsbedarf: Ob Testspieler Freddy Adu (links) auch künftig auf die Kommandos von FCI-Cheftrainer Benno Möhlmann (rechts) hören wird, darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Foto: Roland Geier
Foto: Roland Geier

Herr Möhlmann, als Sie das Zepter beim FC Ingolstadt als Cheftrainer übernahmen, haben Sie gesagt, dass es einige Wochen dauern würde, um die Mannschaft richtig kennen zu lernen. Im Trainingslager in Belek hatten Sie nun Zeit, intensiv mit ihr zu arbeiten Wie eng sind Sie mit dem Team nun schon zusammengewachsen?

Möhlmann: Grundsätzlich von der Disziplin und Ordnung her, hat die Mannschaft Fortschritte gemacht. Sie arbeitet kompakt, spielt sicherer und zeigt auch guten Kombinationsfußball. All diese Dinge laufen allerdings nicht richtig optimal, wenn es in Richtung gegnerisches Tor geht. Da fehlt noch die Robustheit, sich im richtigen Moment durchzusetzen und auch die Ruhe, den letzten Pass zu spielen und letztlich auch die Effektivität, die Chancen zu nutzen. Diese Dinge müssen wir im Laufe der Rückrunde verbessern - und das möglichst schnell! Ansonsten glaube ich schon, dass wir zueinandergefunden haben. Die Jungs akzeptieren die Art und Weise, wie ich über Fußball denke beziehungsweise es mir vorstelle - und sie leben es mit. Sie haben sehr engagiert das Trainingslager durchgezogen, obwohl zwischendurch der eine oder andere Akteur schon leichte muskuläre Probleme zu beklagen hatte. Trotzdem hat keiner nachgelassen und sich durchgebissen.

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Worauf haben Sie in den vergangenen neun Tagen hier in Belek die Schwerpunkte gelegt?

Möhlmann: Wir hatten ja insgesamt nur eine kurze Pause und deshalb auch keine so lange Vorbereitung. Insofern haben wir schon noch mal - was wir in den letzten Wochen weniger gemacht haben - im Kraft- und Stabilisationsbereich gearbeitet. Im Grund haben wir hier übermäßig viel für eine Trainingswoche gemacht. Alle anderen Dinge wurden jetzt speziell nicht trainiert, sondern vielmehr aufgefrischt und angesprochen.

Die beiden bereits zu Saisonbeginn als Hoffnungsträger verpflichteten Manuel Hartmann und Andreas Görlitz waren lange verletzt, konnten aber nun das ganze Programm mitmachen. Wie weit ist dieses Duo an die Mannschaft herangerückt?

Möhlmann: Ich denke schon, dass die Mannschaft leistungsmäßig relativ eng zusammen ist. Durch eine oder zwei Verletzungen in unserem Kader werden wir nicht so gehandicapt sein, dass wir an Qualität verlieren. Aber beide haben den Anschluss gefunden.

In den drei Testspielen gegen Bucaspor (1:0), Kickers Offenbach (1:0) und Gaziantepspor (0:0) ist Ihr Team ohne Gegentor geblieben. Hat sich die Defensive im Vergleich zur Hinrunde der 2. Liga, als man gerade in der Schlussphase häufig Tore kassiert hat, nun stabilisiert?

Möhlmann: Ich denke schon, dass wir jetzt bis zur 90. Minute unser Grundvorhaben durchziehen. Das ist schon ein Fortschritt. Ich denke, es wird auch nötig und hilfreich sein, in der Rückrunde einige Partien mehr zu null zu spielen, als wir es in der Hinrunde geschafft haben.

Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) steht der Rückrunden-Auftakt beim Spitzenreiter FC Augsburg auf dem Programm. Wird in dieser Woche nun der "Feinschliff" noch erfolgen?

Möhlmann: Wir müssen erst mal schauen, wie das Wetter ist, wenn wir zurückgekommen sind. Aber Feinschliff hört sich immer so hochtragend an. Die Feinheiten stellen sich erst im Laufe der Spiele und Wochen ein. Wir stecken mitten im Abstiegskampf, da brauchen wir nicht allzu viele Feinheiten.

Der FC Ingolstadt ist immer noch fieberhaft auf der Suche nach Verstärkungen, gerade im Sturm. Ist es ein großer Nachteil, dass die potenziellen Neuzugänge im Trainingslager nicht dabei waren - gerade auch im Hinblick auf das Zusammenspiel?

Möhlmann: Nun, ich denke, dass unser Sportdirektor Harald Gärtner in seinen Gesprächen sehr weit gekommen ist und ich bin zuversichtlich, dass wir im Laufe der Woche den einen oder anderen Neuen noch dazubekommen. Wie schnell diese Akteure dann so integriert sind und gut dabei sind, dass sie uns absolut helfen und von Anfang spielen, werden wir dann sehen. Ich denke, dass wir letztlich die ganze Rückserie noch vor uns haben, um uns auf einen Platz zu bringen, den wir anstreben - und das ist ein Nichtabstiegsplatz! Wir werden nur solche Spieler holen, die uns vielleicht nicht vom ersten Spieltag der Rückserie helfen, aber uns insgesamt gesehen wirklich weiterbringen.

Würden Sie zu dieser Kategorie auch Testspieler Freddy Adu zählen, den Sie in den zurückliegenden vier Tagen unter die Lupe genommen haben?

Möhlmann: Grundsätzlich ist Freddy sicherlich ein interessanter Spieler, der uns jedoch in der jetzigen Situation nicht wirklich weiterhilft, da wir ihn erst noch richtig aufbauen müssten. Ob letztlich ein Vertrag zustande kommt, liegt an ihm beziehungsweise seinen Beratern. Freddy müsste zunächst bereit sein, auch einmal den Umweg über unsere zweite Mannschaft zu nehmen, um sich dort entsprechend anzubieten und in Form zu bringen.

Also müssen Sie vorerst noch auf Ihren vorhandenen Kader bauen?

Möhlmann: Wie bereits gesagt, denke ich schon, dass sich anfangs dieser Woche etwas tun wird. Aber die Mannschaft hat in den letzten Wochen der Hinserie gezeigt, dass sie durchaus in der Liga klarkommt. Nur das ein oder andere hat noch gefehlt - wie beispielsweise die Entschlossenheit. Ich habe auch gesagt - und dazu stehe ich - dass ich der Meinung, dass im vorderen Bereich einfach noch ein oder zwei Leute fehlen, die Tore machen können. Dies würde der Mannschaft einfach gut tun. Dann ist auch der eine oder andere Fehler, der hinten passiert, nicht mehr so entscheidend.

l US-Boy Edson Buddle wohl zum FCI: Nach Informationen der NR soll der 29-jährige US-Nationalspieler Edson Buddle wohl zum FC Ingolstadt wechseln. Der Mittelstürmer spielte in der vergangenen Saison in der amerikanischen Profiliga MLS zusammen mit David Beckham und Landon Donovan bei Los Angeles Galaxy und brachte es dort in 25 Begegnungen auf beeindruckende 17 Treffer.

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