Neuburg Irgendwie hatte die Szene, die sich gestern Nachmittag in der 90. Minute auf dem Sportplatz des BSV Neuburg abspielte, Symbolcharakter. Im Kreisliga-Heimspiel gegen den Tabellendritten BC Rinnenthal standen die Hausherren nach ihrer bisherigen „Pleiten, Pech und Pannen“-Rückrunde (ohne einzigen Zähler) vor ihrem ersten dreifachen Punktgewinn im Jahr 2012. Dass man jedoch am Ende wieder einmal mit (fast) leeren Händen dastand, hatte indes zwei Gründe: Zum einen wurden die sich bietenden Kontergelegenheiten während der gesamten Partie nahezu fahrlässig vergeben. Zum anderen profitierten die Gäste in der Schlussminute von einem Fehler des Schiedsrichter-Assistenten, der Thomas Losinger bei seinem Kopfballtreffer zum 1:1-Ausgleich fälschlicherweise nicht im Abseits sah.
„Vom Spielverlauf her gesehen war das eigentlich typisch für die gesamte zweite Saisonhälfte“, resümiert BSV-Trainer Peter Leimser, der nach dem zweiten Rückrundenmatch in Adelzhausen das Kommando von seinem Vorgänger Jürgen Keimeleder übernommen hatte. „Meine erneut stark ersatzgeschwächte Mannschaft (fünf etatmäßige Akteure aus der „Zweiten“ standen in der Anfangsformation, Anm. d. Red.) hat bis zum Umfallen gekämpft und viel Leidenschaft gezeigt. Doch leider wurde sie dafür abermals nicht belohnt“, so Leimser weiter. Freilich, dass auch ein „Dreier“ in der gestrigen Begegnung den Abstieg in die Kreisklasse Neuburg kaum mehr verhindert hätte (selbst mit dem einen errungenen Zähler ist der BSV bei drei noch ausstehenden Partien und neun Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz rein rechnerisch noch nicht abgestiegen), dessen ist sich auch Leimser bewusst. „Aber gerade für die Moral der Jungs wäre es schon sehr wichtig gewesen, wenn wir nach dieser langen Durststrecke mal wieder einen Erfolg eingefahren hätten“, sagt der BSV-Trainer, der angesichts des späten Ausgleichs zumindest von einem „gefühlten Sieg“ sprach.
Verletzungspech und fehlende Kondition
Warum sich der BSV Neuburg nach zuvor fünf erfolgreichen Jahren, in denen man mit dem Abstiegskampf rein gar nichts zu tun hatte, zum Ende dieser Spielzeit aus der Kreisklasse verabschieden muss, ist sowohl für Leimser als auch Abteilungsleiter Jörg Kalkowski schnell erklärt. „Ein solches Verletzungspech, mit dem wir die gesamte Saison über zu kämpfen hatten, habe ich wirklich noch nie erlebt“, meint Kalkowski. Bis zu 14 (!) Akteure aus der ersten und zweiten Mannschaft hätte man an einzelnen Spieltagen ersetzen müssen. „Ein Ding der Unmöglichkeit“, meint Kalkowski, während Leimser auch noch einen anderen Grund für die sportliche Talfahrt ausgemacht hat: „Die konditionellen Ausdauer-Grundlagen sind bei den meisten Spielern schlichtweg nicht vorhanden. Dass wir eine Vielzahl an Partien im zweiten Durchgang beziehungsweise ab der 60. Minute verloren haben, ist alles andere als ein Zufall.“
Die Befürchtung, dass die Mannschaft angesichts des momentanen Misserfolges und dem daraus resultierenden Abstiegs in die Kreisklasse regelrecht auseinanderfallen könnte, hat man im BSV-Lager nicht. Im Gegenteil. „Letztlich bietet ein Abstieg immer auch eine neue Chance. Und nachdem wir eine sehr charakterstarke Truppe besitzen, bin ich überzeugt, dass wir diese nutzen und uns wieder von unserer besseren Seite präsentieren wollen“, meint Kalkowski. Was den BSV-Fußballchef diesbezüglich optimistisch stimmt, ist die Tatsache, „dass wohl alle Akteure bleiben sowie einige Neuzugänge zu uns stoßen werden“. Große Hoffnungen hegt Kalkowski zudem in den künftigen Chefcoach Bobby Egen: „Er ist ein absoluter Fachmann, der für den Neuanfang genau der richtige Trainer ist. Seine Verpflichtung ist ein deutliches Zeichen, dass wir nicht die ’weiße Fahne’ hissen, sondern wieder aufstehen werden. Davon bin ich fest überzeugt.“
lSpiel vom Donnerstag:
BSV Neuburg – BC Rinnenthal 1:1 (1:0). – Tore: 1:0 Florian Riedelsheimer (35.), 1:1 Thomas Losinger (90.). – Zuschauer: 80.