Monatelang führte bei der Wennenmühle nach dem Abriss der über 50 Jahre alten Brücke nur noch ein kleiner Bausteg über die Wörnitz. Jetzt überspannen den größten Rieser Fluss dort zumindest wieder Betonspannträger, wenngleich der Verkehr noch längere Zeit warten muss, um die relativ viel befahrene Kreisstraße DON 10 zwischen Alerheim und Rudelstetten wieder nutzen zu können.
Ende 2010 war die alte „einfeldrige Platten-Balkenbrücke“ wegen ihres „kritischen Zustandes“ abgebrochen worden, denn um sie wieder in einen verkehrssicheren Zustand zu versetzen, wären umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig gewesen. Dabei hätte man jedoch die geringe Tragfähigkeit von zwölf Tonnen sowie die Fünf-Meter-Fahrbahnbreite nicht erweitern können. Nach dem Bohren von sieben bis zehn Meter tiefen Betonpfählen bekommt nun ihre Nachfolgerin als „Spannbeton-Fertigteilbrücke“ eine lichte Weite von 34 Metern, eine Breite von 10,5 Metern sowie eine Höhe von 4,4 Metern. Dazu wurden nun aus Ingolstadt vier 33 Meter lange und 80 Tonnen schwere Fertigteile angeliefert und von zwei 500-Tonnen-Schmidbaur-Kränen in mehrstündiger Arbeit eingehoben. Insgesamt kostet die Brücke 700000 Euro und kann einmal 60 Tonnen tragen.
Die Bauleitung an der Wennenmühle hat das Ingenieurbüro Tremel Augsburg, vor Ort vertreten durch seinen Leiter Ingenieurbau Martin May. Die Brückenarbeiten führt die Firma Vitus Rieder (Bissingen) durch, unter Bauleiter Kommer und Polier Schmid.
Danach auch Straßenarbeiten
Parallel zum Brückenbau wird nun für 460000 Euro mit den Arbeiten an der Kreisstraße DON 10 in Richtung Rudelstetten begonnen. Ihre kurvige Trasse soll über 800 Meter auf sechs Meter ausgebaut werden. Eine Höherlegung der Straße wegen des dortigen jährlichen Hochwassers ist nicht möglich, da sich dieses dort sonst zu sehr aufstauen würde, machte bereits im Vorfeld das Wasserwirtschaftsamt klar (wir berichteten). Zwischen die bereits bestehenden zwei Hochwasserdurchlässe wird aber zumindest für 140000 Euro ein zehn Meter breiter, dritter Durchlass, eingebaut.
Mit den Bauarbeiten, für die der Landkreis Donau-Ries über eine halbe Million Euro an Zuschüssen erwartet, möchte dieser das „Nadelöhr“ der ansonsten gut ausgebauten DON 10 zwischen Rudelstetten und Möttingen entfernen. Im Spätsommer 2011 soll alles abgeschlossen sein, so Bauleiter May. Die Umleitung erfolgt derzeit über die Staatsstraßen 2221 und 2213 zwischen Fessenheim und Heroldingen beziehungsweise in Gegenrichtung.
Bei uns im Internet: Weitere Fotos vom Wörnitz-Brückenschlag unter www.rieser-nachrichten.de/Bilder