Vor allem die Autofahrer haben es in diesen Tagen nicht leicht. Viele Fahrzeuge bleiben liegen. Die Abschleppdienste sind ständig im Einsatz. Und gestern war es auch noch glatt

Nördlingen Was anfangs noch eine auszuhaltende winterliche Abwechslung war, setzt seit einigen Tagen nun auch den Menschen in der Region immer mehr zu. Anhaltende Minusgrade von bis zu 20 Grad auch im Ries lassen die ersten Wasserleitungen gefrieren und vor allem die Autofahrer haben es in diesen Tagen alles andere als leicht. Viele bangen morgens, ob das Gefährt nach den frostigen Nächten überhaupt wieder anspringt. Pannenhilfe und Abschleppdienste sind im Dauereinsatz.
Gestern kamen auch noch Schneefall und überfrierende Nässe hinzu. Auf den Straßen wurde es empfindlich glatt. Das ging aber glimpflich ab: „Alles noch in gewohntem Rahmen“, sagte Raimund Pauli, stellvertretender Nördlinger Polizeichef, zu besonderen Einsätzen seiner Beamten wegen der Kälte. Außer ein paar leichteren Glätteunfällen – wie gestern Morgen in Möttingen – sei ihm wenig gemeldet worden. Lediglich der Radweg Ehringen/Wallerstein sei derzeit wegen überfrierender Nässe und dadurch entstandener Glätte gesperrt. Zwei leichtere Glätteunfälle meldete die württembergische Polizei. In Kirchheim und Neresheim gab es Blechschäden.
Batterien versagen
Viele Autofahrer bangen derzeit morgens, dass ihre Autos nach den frostigen Nächten, vor allem wenn sie im Freien standen, mehrere Tage nicht bewegt wurden oder mit Diesel fahren, wieder anspringen. Anfangs hatten ältere Batterien die strengen Wintertemperaturen noch einigermaßen weggesteckt – doch inzwischen geht es bei vielen an die Substanz. So kamen Autohilfsdienste und Werkstätten zu Dauereinsätzen. „Seit vergangenem Donnerstag sind wir ständig in der Region unterwegs“, berichtet beispielsweise eine ADAC-Mitarbeiterin über ihren aktuellen Arbeitsalltag. Viele Autos blieben liegen – oder sprangen gar nicht erst an. Grund war meistens zusammengebrochene Batterien oder versulzter Diesel, der Leitungen und Düsen verstopfte. Im letzteren Fall hilft meistens nur der Besuch in einer Autowerkstatt, um dort Filter reinigen zu lassen und dem Diesel mehr Chemie beizusetzen.
Bei nicht mehr funktionierenden Batterien probieren es die „gelben Engel“ zunächst meistens mit ambulanten Batterien. Bringen auch diese zu wenig Strom, kommen Überbrückungskabel zum Einsatz. Dann springt der Wagen zwar meist an, besonders wenn es ein Benziner ist. Auf Dauer hilft aber da oft nur der Kauf einer neuen Batterie.
Nicht mehr so wie früher ...
Dadurch kann es langsam zu Engpässen kommen, genauso wie bei Frostzusätzen für Diesel, wie Emma Meilbeck-Hertle vom gleichnamigen Auto-Abschleppdienst aus Pfäfflingen erfahren hat. Ihr Mann ist derzeit rund um die Uhr im Einsatz, wobei er mit seinen Mitarbeitern drei Abschleppwagen für Auto-Hilfsdienste wie ADAC oder ACE aber auch für überlastete Auto-Werkstätten der Region fährt: „Die kommen mit ihren eigenen Autos und Leuten einfach nicht mehr nach“, sagt Hans Hertle: „Die modernen Autos sind gegen Kälte aber auch nicht mehr so gewappnet wie ältere. Immer mehr empfindliche Elektronik kam hinzu und Batterien streiken heuer oft schon nach wenigen Jahren.“
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