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03. Januar 2011 19:15 Uhr

Der Klosterhof soll zur WG werden

Kirchheim In ein altes Gemäuer soll Leben einziehen. Zenta und Rudolf Egelhofer hegen den Plan eines Wohnprojekts für Ältere im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Kirchheim schon länger. Er könnte bald Wirklichkeit werden. Gemeinsam wohnen und sich dabei seinen Rückzugsraum erhalten. Dieses Konzept möchten die Egelhofers in dem früheren Handwerkergebäude des Klosters, das sie in den Siebzigerjahren gekauft haben, verwirklichen. "Das Verhältnis von Nähe und Distanz ist ein zentrales Thema", berichtet Zenta Egelhofer von den vielen Gesprächen, die sie mit Interessierten geführt haben. Von Bernhard Hampp

Ökologisch und barrierefrei

So wollen die meisten Interessenten im Alter nicht alleine leben, aber ihre Privatsphäre behalten. Beides sollen die 20 geplanten, modernen Wohnungen in ökologischer Bauweise ermöglichen. Barrierefrei sollen sie sein, 52 bis 79 Quadratmeter groß, und sich über 1400 Quadratmeter Wohnfläche verteilen. "Wir dachten zuerst, wir könnten Konzeption und Planung alleine schultern, haben uns nun aber Hilfe von der auf Gemeinschaftswohnprojekte spezialisierten Bau-Wohnberatung Karlsruhe geholt", sagt Rudolf Egelhofer, der lange Jahre das benachbarte Altenheim leitete. Die Experten haben konkrete Pläne für das Projekt entwickelt, die im Internet einsehbar sind.

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Zum 7500 Quadratmeter großen Garten hin sind Balkone geplant, auf der Eingangsseite ein Laubengang mit Aufzug. Auch Gemeinschaftsräume sind vorgesehen - wie es sich die knapp 15 Menschen, die bisher Interesse an einer Eigentums- oder Mietwohnung im Klosterhof bekundet haben, wünschen: "Die Wunschliste ist lang und reicht bis zur gemeinsamen Sauna", sagt Rudolf Egelhofer. "Die Freizeit können die Bewohner nach ihrem Geschmack gestalten, aber eine regelmäßige Gemeinschaftsveranstaltung sollte verpflichtend sein", sagt Zenta Egelhofer. Keinesfalls könne das gemeinsame Wohnprojekt Ersatz für ein Altenheim sein, betont sie: "Wenn sich jemand das Bein bricht, helfen sicher die anderen Bewohner, aber wenn jemand schwer dement ist, geht das nicht."

Ein gemeinnütziger Verein soll das gemeinsame Leben organisieren. Ein Drittel der Wohnungen müsste per Vorvertrag an mögliche Eigentümer, Vermieter oder einen Bauträger verkauft sein, dann könne die KG, die eigens für den Bau des Projektes gegründet wurde, in Verhandlungen mit den Banken gehen, sagt Rudolf Egelhofer. Als Kaufpreis sind 2200 Euro pro Quadratmeter kalkuliert. Wenn Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) fließen, wird es billiger.

"Die Planung dauert dann ein halbes Jahr, der Bau ein weiteres Jahr", sagt Egelhofer. Es könnte also rasch gehen, zumal die Gemeinde Kirchheim und das Landratsamt das Projekt unterstützen.

Ein Wort mitzureden hat bei dem entkernten Gebäude aus Zeiten des Dreißigjährigen Krieges allerdings das Landesdenkmalamt: "Das Haus soll nicht übernutzt werden", heiße es von dort, berichtet Egelhofer, der aber zu bedenken gibt: "Wenn jetzt nichts getan wird, besteht die Gefahr, dass es irgendwann einfällt."

Infoveranstaltung am 8. Januar

Interessenten können sich am Samstag, 8. Januar, bei einer Veranstaltung im Klosterhof informieren und austauschen: 11 bis 17 Uhr. Anmeldung unter Telefon 072362/3711, Infos im Internet unter www.wohnenimklosterhof.de und unter www.i3-community.de.

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