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"Die Vorwürfe sind absurd"

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"Die Vorwürfe sind absurd"

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    Richard Ritter aus Wallerstein (rechts) traf Michael Kreitmeir bei einem Projekt im Kinderdorf Koslanda, wo er half, eine Blumenplantage zu verbessern.
    Richard Ritter aus Wallerstein (rechts) traf Michael Kreitmeir bei einem Projekt im Kinderdorf Koslanda, wo er half, eine Blumenplantage zu verbessern.

    "Durch und durch korrupt"

    Die Anklage gegen Kreitmeir wegen angeblichen Drogenbesitzes hält Ritter für den Racheakt eines korrupten Provinzpolitikers, auf dessen Forderungen Kreitmeir nicht eingegangen sei. Die Behörden und Ministerien in Sri Lanka seien durch und durch korrupt. "Das funktioniert nur nach dem Prinzip eine Hand wäscht die andere." Ohne Beziehungen gehe gar nichts, und die müsse man sich in der Regel erkaufen. Gute Beziehungen zu dem einen Politiker hätten aber fast automatisch schlechte Beziehungen zu dessen Konkurrenten zur Folge. "Michael kennt das System, aber er kann auch stur sein. Vielleicht konnte und wollte er dieses Spiel einfach nicht mehr mitspielen", vermutet Ritter. Schon öfters sei versucht worden Kreitmeir einzuschüchtern. Überfälle durch Schlägertrupps, Brandanschläge auf Fahrzeuge und Gebäude der Hilfsorganisation: "Es ist nicht das erste Mal, dass jemand gewalttätig geworden ist." So massiv wie im aktuellen Fall sei es aber noch nie gewesen.

    "Die Vorwürfe, Michael hätte Heroin besessen, sind absurd", ärgert sich Ritter, "da ist nichts dran." Er hoffe nur, dass dies bei der Berichterstattung über den Prozess deutlich zum Ausdruck käme, sonst wäre das ein gewaltiger Rückschritt für Kreitmeirs Hilfsprojekt, das auf Spenden angewiesen sei.

    Nicht nur korrupte Politiker habe sich der ehemalige Fernsehjournalist Kreitmeir mit seinem Hilfsprojekt für elternlose Kinder zu Feinden gemacht, denn besonders sein Hilfsangebot für Mädchen stoße bei vielen Einheimischen auf Ablehnung, sagt Ritter: "Denn dadurch verlieren sie billige Arbeitskräfte, die oft genug auch noch sexuell ausgebeutet werden."

    Trotz allem bleibt Richard Ritter einigermaßen optimistisch. "Nun hat Michael ja erst einmal Aufschub bis zum 17. September. Zeit genug für seine Fürsprecher, in Regierungskreisen einzugreifen. Wir hoffen, dass es für ihn gut ausgeht." (gne)

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