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Neues MedizinkonzeptRN: Droht dem Oettinger Krankenhaus das Aus?

Neues MedizinkonzeptRN

Droht dem Oettinger Krankenhaus das Aus?

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    „Dann könnte man gleich alles nach Donauwörth tun.“Chefarzt Dr. Helmut Kern
    „Dann könnte man gleich alles nach Donauwörth tun.“Chefarzt Dr. Helmut Kern

    Oettingen Droht dem Krankenhaus Oettingen das Aus? Wie die Rieser Nachrichten aus gut unterrichteten Kreisen erfuhren, soll die Pneumologie (Lungenheilkunde) nach Donauwörth verlegt werden. Das jedenfalls schlägt die Düsseldorfer Unternehmensberatung Schellen & Partner vor, die vom Verwaltungsrat des gKU (gemeinsames Kommunalunternehmen) beauftragt wurde, eine „zukunftsorientierte Fortschreibung“ des Medizinkonzeptes für die drei Kreiskrankenhäuser Nördlingen, Oettingen und Donauwörth zu entwickeln.

    Informationen unserer Zeitung zufolge wird aufgrund der kostenintensiven Versorgung der Patienten im Bereich der Lungenheilkunde eine Verlagerung der Pulmologie/Pneumologie in die Donauwörther Donau-Ries-Klinik offenbar dringend empfohlen.

    Für den Oettinger Chefarzt Dr. Helmut Kern, der „davon gehört hat“, wäre dies „der Anfang vom Ende“: Wenn Oettingen den pneumologischen Standort samt Schlaflabor verlieren würde, so Kern gestern auf Anfrage der Rieser Nachrichten, „wäre das ganz schlecht, und man könnte dann gleich alles nach Donauwörth tun“.

    Gerade die Pneumologie ist nach Auffassung Kerns das attraktive Standbein der Klinik; würde man diesen medizinischen Bereich verlieren, seien die übrigen medizinischen Angebote innerhalb der Inneren und der Akutgeriatrie (Altersmedizin) sowie der geriatrischen Reha nicht mehr ausreichend.

    Kern verweist auch darauf, dass die Zahlen der Unternehmensberatung auf Erhebungen von 2010 beruhen. Aber erst im Juli 2011 habe man mit der Akutgeriatrie in Oettingen begonnen: „Die finanzielle Situation hat sich deutlich verbessert, auch durch die Beatmungspatienten.“ Man müsse deshalb das vierte Quartal 2011 und das erste Quartal 2012 berechnen. Das gKU habe inzwischen eine Nachberechnung zugesagt – für welchen Zeitraum wisse er allerdings nicht.

    Der Chefarzt verweist auch darauf, dass in das Krankenhaus viel investiert worden sei, um das Haus attraktiv zu halten. „Weitere Gelder sind nicht notwendig. Würde aber der pneumologische Standort ausgelagert, müsste in der Donauwörther Klinik neu investiert werden.“

    2000 stationäre Fälle pro Jahr

    Nach Auffassung der Unternehmensberatung ist eine positive Prognose für die Zukunft der Oettinger Klinik nicht mehr möglich angesichts der 2000 stationären Fälle pro Jahr, die auch Kern bestätigt. Auch die kardiologische und neurologische Versorgung im Nördlinger Stiftungskrankenhaus trage nicht zu einer Aufwertung des Krankenhauses bei, im Gegenteil.

    Besorgt äußerte sich gestern auch Oettingens Bürgermeister Matti Müller zu den Vorschlägen der Düsseldorfer Unternehmensberatung: „Die Abteilung, die Geld bringt, soll geschlossen werden. Die Geriatrie, die nicht viel Geld bringt, ist rammelvoll.“ Angesichts der Empfehlungen der Unternehmensberater müsse man sich schon fragen, „ob das gKU nur zum Geldverdienen da ist, oder zur Gewährleistung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung“, kritisiert der SPD-Politiker. Und wörtlich sagte er: „Ich hoffe, wir können uns auf das frühere Wort des Landrates Stefan Rößle verlassen, dass die Oettinger Klinik nicht geschlossen wird.“

    Angesichts der aktuellen Entwicklung sei er, Müller, froh, vor über zwei Jahren die „Gesellschaft zur Förderung des Oettinger Krankenhauses“ initiiert zu haben. Mit ihr könne man sich „rechtzeitig in Stellung bringen“, wenn es um die Existenz der Klinik gehe.

    Der CSU-Bundestagsabgeordnete und CSU-/JB-Fraktionssprecher im Kreistag, Ulrich Lange (Nördlingen), sagte gestern, er wolle sich erst dann zur Zukunft des Oettinger Krankenhauses äußern, wenn ihm die Strategien der Unternehmensberatung schriftlich vorlägen.

    Der Verwaltungsrat des gKU, dessen Mitglied Lange ist, habe vergangene Woche nur Informationen via Power-Point-Präsentation von Schellen & Partner erhalten, kein Papier aber an die Hand bekommen. Lange: „Das Thema ist viel zu heiß, als dass ich mich vorschnell politisch dazu äußere.“

    An diesem Mittwoch will Landrat Stefan Rößle (CSU) zusammen mit dem Geschäftsführer von Schellen & Partner, Franz-Josef Fischer, das Medizinkonzept im Landratsamt vorstellen. "Kommentar

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