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Abwasser: Es muss schnell eine Lösung gefunden werden

Abwasser

Es muss schnell eine Lösung gefunden werden

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    In erbarmungswürdigem Zustand ist der Tropfkörper der Kläranlage von Hohenaltheim. Jeden Tag könnte die 47 Jahre alte Technik ihren Geist aufgeben. Unser Bild rechts zeigt Bürgermeister Dr. Wulf-Dietrich Kavasch und Gemeindearbeiter Klaus Steinmeyer. Der angeschwemmte Schmutz muss in Handarbeit aus dem Rechen entfernt werden.
    In erbarmungswürdigem Zustand ist der Tropfkörper der Kläranlage von Hohenaltheim. Jeden Tag könnte die 47 Jahre alte Technik ihren Geist aufgeben. Unser Bild rechts zeigt Bürgermeister Dr. Wulf-Dietrich Kavasch und Gemeindearbeiter Klaus Steinmeyer. Der angeschwemmte Schmutz muss in Handarbeit aus dem Rechen entfernt werden. Foto: Fotos: Gabriele Neumeyer

    Hohenaltheim Bei der Abwasserentsorgung wollen die beiden Kommunen Hohenaltheim und Ederheim zusammenarbeiten. Dies wurde bei einer gemeinsamen Bürgerversammlung vergangenen Freitag in der Reismühle deutlich (wir berichteten). Die Rieser Nachrichten besuchten nun die Kläranlagen der beiden Gemeinden, um sich ein Bild von der Dringlichkeit des Projekts zu machen. Heute stellen wir die Kläranlage von Hohenaltheim vor.

    Es muss schnellstens eine Lösung her. „Dass unsere Kläranlage überhaupt noch so gut funktioniert, liegt daran, dass sie für unsere 600 Einwohner völlig überdimensioniert ist“, erklärt Bürgermeister Dr. Wulf-Dietrich Kavasch. Denn im Jahr 1964, als die Kläranlage gebaut wurde, gab es im Ort noch eine Brauerei und eine Molkerei.

    Vor allem dem Tropfkörper sieht man seine 47 Jahre deutlich an. Die baulichen Mängel sind erheblich. Der Betonzylinder hat Frostschäden, Risse durchziehen ihn, aus den Stützpfeilern ragt der Baustahl. Algen an den Außenwänden und Gras am Fuß des Tropfkörpers zeigen: Er ist undicht.

    Viel Handarbeit

    In seinem Innern sieht es ähnlich schlimm aus. Gemeindearbeiter und Klärwärter Klaus Steinmeyer, der die Anlage seit dem Jahr 2005 betreut, berichtet: „Die Automatik ist weitgehend ausgefallen, vieles muss in Handarbeit erledigt werden.“ Und eigentlich müsste die gesamte Technik in einem separaten Gebäude vor der feuchten Luft geschützt werden, doch in Hohenaltheim ist der Technikraum in den Tropfkörper integriert. Was von der Pumpanlage über dem 9,5 Meter tiefen Schlammtrichter in der Mitte des Gebäudes zu sehen ist, ist völlig verrostet. „Auch sämtliche Metallteile unter Wasser sind korrodiert und teilweise nicht mehr existent“, so Kavasch.

    Schon der Zulauf des Schmutzwassers bis zum Tropfkörper ist nicht mehr zeitgemäß. Der Abstand der Zinken des Rechens zum Auffangen der Grobbestandteile im Schmutzwasser ist zu groß, so gelangen Klopapierreste, Kleinteile, Folien und Hygieneartikel in den Klärschlamm.

    „Noch haben wir Bauern, die unseren Klärschlamm auf ihren Feldern ausbringen, aber die Zeiten sind bald vorbei“, sagt Steinmeyer. Mühsam muss er mit Rechen und Schaufel den angeschwemmten Dreck aus dem Rechen und den sich abgesetzten Kies und Schmutz aus dem schmalen Sandfang entfernen. Jeden Tag ist der einzige Hohenaltheimer Gemeindearbeiter zwischen einer und vier Stunden nur mit der Kläranlage beschäftigt. „Das ist Zeit, die der Gemeinde anderweitig verloren geht, von den Kosten ganz zu schweigen“, ergänzt Kavasch. In den nächsten Jahren muss auch der Tropfkörper, der ganz mit mittelgroßen Lavasteinen gefüllt ist, neu bestückt werden ... und, und, und. Die beiden Männer könnten die Liste der Mängel noch weiter fortsetzen.

    Rückhaltebecken

    So lautet denn auch das Fazit des Hohenaltheimer Bürgermeisters: „Eine Sanierung macht keinen Sinn.“ Einzig das Regenrückhaltebecken, das wegen des Mischwassersystems in der Gemeinde auf Betreiben des Wasserwirtschaftsamts gebaut wurde und 2004 in Betrieb ging, ist noch zeitgemäß und würde im Falle eines Anschlusses nach Möttingen weiter im Einsatz sein.

    Der Anschluss an die Kläranlage nach Möttingen wäre ihm am liebsten, erklärt Kavasch ganz offen. Doch will er bei dieser Entscheidung die Bürger befragen, die über ihre Beiträge und Gebühren schließlich die Zeche bezahlen müssen.

    Doch hier begibt sich die kleine Gemeinde auf eine Gratwanderung. „20 Jahre lang passierte nichts und jetzt müssen wir zeitgleich das Kanalnetz sanieren und unser Abwasserproblem lösen“, gibt Kawasch zu bedenken. Aber gerade in der heutigen Zeit könne man die Bürger nicht unendlich belasten. Eine knappe halbe Million hat Hohenaltheim in den vergangenen Jahren zur Sanierung des Kanalnetzes „im Boden vergraben“.

    Laut Kostenberechnung des Ingenieurbüros Trautmann kämen nun für einen Anschluss an die Abwasserentsorgung Möttingen erst einmal weitere knapp 750000 Euro allein an Investitionskosten hinzu.

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