Fremdingen Trotz der Finanzknappheit des Bundes ist Fremdingens Bürgermeister Klaus Lingel guter Dinge, die geplante Ortsumgehung im Zuge der B 25 in seiner Amtszeit noch zu erleben. Im Gemeinderat gab der Rathauschef einen Sachstandsbericht zu dem 4,5-Millionen-Euro-Projekt, das den Ort spürbar vom hohen Verkehrsaufkommen entlasten soll.

Die vorgesehene Trasse verlaufe bei der Abzweigung nach Raustetten südwestlich an der Gemeinde vorbei und biege bei der Asphaltmischanlage der Baufirma Thannhauser & Ulbricht wieder in die alte Bundesstraße ein. In diesem Bereich sei auch eine Anbindung an das Gewerbegebiet geplant. Der bestehende Parkplatz gegenüber der Mischanlage soll aufgelöst werden. Vorgesehen sei zudem eine Verbindung von und nach Raustetten für Radfahrer und Fußgänger. Hierzu stünden zwei Varianten zur Diskussion, die noch abgeklärt werden müssten.
Beispiel Wallerstein
Weil die Umgehung nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werde und die Kommune bereits enorme finanzielle Vorleistungen für deren Planung übernommen habe (rund 100 000 Euro), glaubt Bürgermeister Lingel, dass der vorgesehene Zeitplan für die Realisierung eingehalten werden könne. Lingel: "Wenn es gut läuft, können wir nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens Mitte 2011 vielleicht 2012 mit dem Bau beginnen." Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Bund die Maßnahme auch finanziert und Lingel nicht das gleiche "Schicksal" erleidet wie sein Wallersteiner Kollege Mayer, der in absehbarer Zeit Baurecht für seine Umgehung bekommt, der Staat jedoch kein Geld für die Bauarbeiten bereitstellt (wir berichteten).
Bauoberrat Bernd Hager vom zuständigen Staatlichen Bauamt in Augsburg sagte gestern auf RN-Anfrage, die Planungen sowohl für Wallerstein als auch für Fremdingen lägen "voll im Zeitplan". Er wies jedoch darauf hin, dass seine Behörde keinerlei Einfluss auf die Finanzierung beider Projekte habe: "Unsere Aufgabe reicht bis zur Schaffung des Baurechts", betonte Hager. Später sei das Staatliche Bauamt freilich auch für den Bau zuständig.
Beschlossen hat der Fremdinger Gemeinderat, nach Fertigstellung der Umfahrung die alte B 25 in der Ortsmitte von der Einmündung nach Oettingen (Metzgerei Christ) Richtung Dinkelsbühl bis zur Anbindung an die neue Umgehung (rund 800 Meter) als Staatsstraße abstufen zu lassen und den Teilbereich in südlicher Richtung als Gemeindestraße zu übernehmen.
Bedenken wegen des Eingriffs in die Natur
Der Bürgermeister sprach von einer spürbaren Entlastung der Bevölkerung vor allem vom Schwerlastverkehr, wenn das neue Teilstück der Bundesstraße einmal gebaut sei. Allerdings kämen auch Bürger zu ihm, die meinten, die Trasse bringe einen zu starken Eingriff in die Natur mit sich. "Solche Haltungen sollten wir auch akzeptieren", gab Lingel zu bedenken. (bs)
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