Amerdingen Lange schon vor Konzertbeginn strömten zahlreiche Blasmusikliebhaber in die festlich-herbstlich geschmückte Turnhalle in Amerdingen, um sich einen Platz in den ersten Reihen zu sichern. Ihre Vorfreude wurde nicht enttäuscht: Wie schon in den vergangenen Jahren, zündeten die Kesseltaler Musikanten und die Flotten Härtsfelder wieder ein fulminantes „Feuerwerk der Blasmusik“, das keine Wünsche offen ließ.
Strahlende Fanfarenklänge, von den Blechbläsern beider Kapellen intoniert, eine herzliche Begrüßung aller Besucher und besonders der Ehrengäste, darunter Alfred Graf Schenk von Stauffenberg, bildeten eine glanzvolle und würdige Eröffnung des Konzertabends.
Die Flotten Härtsfelder mit ihrem Dirigenten Michael Eggstein, der, wie sein „Amtskollege“ Franz Bahmann von den Kesseltalern, seine Musiker vom ersten Flügelhornpult aus führte, ließen sich nicht lange bitten und entführten die gespannt lauschenden Besucher mit dem feurig gespielten „Andulka-Marsch“ in die „Böhmische Heimat“ der Blasmusik. Sehr schöner Gesang (Debut von Sabine Pompe und Roland Minder als Gesangsduo) in den Egerländer Erfolgstiteln „Wenn der Tag erwacht“ und „Wenn zwei Herzen fragen“ weckte weitere „Träume in die Zukunft“, eine sehr gefühlvoll dargebotene Polka von Kurt Gäble.
Festlicher Marsch
Nach dem festlichen „Hessischen Kreisregimentsmarsch“, mit dem die Kesseltaler Musikanten ihren ersten Programmteil begannen, gab es auch hier ein neues Gesangsduett zu bewundern: Erika Scherer und Reiner Gast bewiesen mit ihrem wundervoll dargebotenen Gesangstitel „Die Musik, die geht uns ins Blut“, dass diese Aussage keine leere Floskel war. Dirigent Franz Bahmann dokumentierte mit seiner schwungvollen Polka „Ein Drittel Jahrhundert“ sein Schnapsjubiläum (33 Jahre musikalischer Leiter bei den Kesseltaler Musikanten). „The Power of Love“ – Die Kraft der Liebe: Genau dies auszudrücken gelang Erika Scherer in der Bahmann-Bearbeitung des großen Hits von Jennifer Rush beeindruckend.
Mit dem festlich-melodiösen Konzertmarsch „Faszination Blasmusik“, der zweiten von vier neuen Kompositionen, beendeten die Kesseltaler sehr schmissig ihren ersten Block.
Nach der Pause begeisterten die Flotten Härtsfelder das Publikum sofort wieder in mitreißende Spiellaune mit dem fein musizierten „Veteranen-Marsch“ und dem wohlig-warm gesungenen Walzer „Rosen so rot“. Die Instrumentalpolka „Auf der Pfingstwiese“ aus dem Repertoire der Egerländer Rebellen war hinsichtlich der harmonischen und ausdrucksvollen Darbietung wohl das Beste, was die Flotten Härtsfelder an diesem Abend präsentierten. Besonders der großartige Tenorsatz war hier spürbar voll in seinem Element. „Sag nicht adieu“ sangen Sabine Pompe und Roland Minder im Schlusstitel und konnten zusammen mit ihren Flotten Härtsfeldern die Bühne erst nach einer stürmisch geforderten Zugabe verlassen.
Nach dieser hervorragenden Darbietung legten die Kesseltaler Musikanten gleich noch einen drauf und starteten mit der Mosch-Polka „Goldene Musik“ virtuos in den letzten Konzertabschnitt.
Nach der neuen Bahmann-Komposition „Musik mit Herz“, bei der man die Funken so richtig aus den Musikantenherzen sprühen sah, und dem Egerländer-Walzer „Mama“ (ganz vorzüglicher Gesang von Erika Scherer und Reiner Gast) zeigten die beiden Klarinettisten Sepp Grimminger und Thomas Frenzel, dass sie den hohen Anforderungen, die Franz Bahmann mit seiner neuen Polka „Zwei alte Freunde“ stellte, mühelos gewachsen waren und präsentierten das eigens für sie komponierte Klarinettensolo mit großer Virtuosität und ungeheurer Spielfreude.
Frenetisch gefeiert
„Wir sagen leise servus“ – nach dieser Abschiedspolka von Franz Bahmann und der frenetisch gefeierten Zugabe „Gute Nacht“ präsentierten beide Blasorchester zusammen noch zwei schöne Blasmusiktitel, um dann mit dem „Kesseltaler Heimatlied“ einen wunderbaren Konzertabend zu beenden. Mit viel Beifall bedankte sich das begeisterte Publikum bei den Musikerinnen und Musikern für die großartigen Darbietungen. (pm)