Oettingen Kein Besucherrekord, aber ein Rekord der guten Laune und Freude: der diesjährige Historische Markt lockte am vergangenen Wochenende rund 21000 Besucher nach Oettingen. Ebenso strahlend wie das Wetter war die Stimmung dieses Mittelalterfestes der „charmanten Residenzstadt“, das seinesgleichen sucht.
„Jeder ist gut drauf“
„Die Menschen feiern das tolle Wetter und feiern ihren historischen Markt. Dadurch entsteht eine unglaubliche Dynamik und eine grundsätzlich harmonische Stimmung“, zog gestern Abend im Namen des Veranstalters, der Vorsitzende des Vereins Historischer Markt Oettingen, Christoph Schaffer, zufrieden Bilanz. Bürgermeister Matti Müller, der bei den hohen Temperaturen mit seiner wärmenden Robe wirklich zu kämpfen hatte, zeigte sich ebenso begeistert: „Das ist das tollste Fest, das ich je erlebt habe. In allen Gesichtern sieht man nur Freude und Harmonie, jeder ist gut drauf, das ist wirklich fantastisch“.
Auch bei den Akteuren herrschte Hochstimmung: „Der Historische Markt Oettingen ist wirklich total schön, weil das Fest einfach mit viel Liebe gemacht ist. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und wir würden auf jeden Fall auch wieder kommen“, sagte zum Beispiel die Künstlerin Lisa Rinne vom Akrobaten-Duo „Circus Unartiq“. Auch Peter Ernst Kober (Viri regis 1632) und Tom Hegenberg (Hortus Bellicus Munchbergk 1632) zeigten sich begeistert: „Das ist eine schöne Veranstaltung. Ein großes Fest, aber nicht überlaufen.“
Durch die Bank alle seien zufrieden mit dem Verlauf des Festes, bestätigte Christoph Schaffer: „Die Vereine und Handwerker haben gute Umsätze gemacht, das passt.“ Aufgrund der sommerlichen Temperaturen sei sehr viel getrunken worden. „Ich muss allen Vereinen ein großes Kompliment machen: alle haben an einem Strang gezogen. Es wurden die nicht immer ganz einfachen Veranstaltungsverordnungen sorgfältig umgesetzt und die Lager mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet.“ Auch die Unterstützung durch die Stadt sei „exzellent“ gewesen. Als einen Erfolg wertete Schaffer die Nacht der Narren: mit rund 3000 Besuchern und einem „Non-Stop-Bühnenprogramm“ sei diese Premiere vollauf gelungen. Etwa 8000 Besucher zog es am Samstag in die Wörnitzstadt.
Bayern-Pech im Finale hat sich nicht ausgewirkt
Die Entscheidung, die Ausstrahlung des Champions-League-Finales zu ermöglichen, sei richtig gewesen, sagte Schaffer: „Rund ein Drittel der Marktbesucher hat das Spiel geschaut, aber es hat das historische Fest nicht aus den Angeln gehoben. Selbst die Niederlage des FC Bayern hat sich nicht schlecht ausgewirkt, im Gegenteil: man hat sich dann dem eigentlichen erfreulichen Anlass des Abends zugewandt.“
Für einige Stressmomente sorgte die Tatsache, dass eine Musikband, die für Samstagabend eingeplant war, schlichtweg nicht gekommen war: „Die haben ihren Auftritt regelrecht verbummelt.“ So musste man improvisieren und hatte kurzerhand ein Gauklerspektakel auf die Bühne vor Sankt Sebastian „gezaubert“. Am Ende habe kaum jemand diese „Panne“ bemerkt.
Vom Wetter her „noch eins drauf“ gesetzt, habe der Sonntag. Mit rund 10000 Besuchern sei er der besucherstärkste Tag gewesen. „Ich hatte das Gefühl, dass die Leute diesmal sehr neugierig auf das Programm waren und sehr bewusst die Bühnenbelegungen besucht haben“, sagte Schaffer. Insgesamt sei der diesjährige Markt ein Highlight gewesen. Publikumslieblinge seien das Ritterturnier im Hofgarten (Herzog Tassilo Ritter) und die Akrobaten des Circus Unartiq auf dem Saumarkt gewesen: „Bei beiden war wirklich jede Vorstellung voll besucht.“ Auch das Lager zum Dreißigjährigen Krieg im „Heidpark“ (im Hofgarten) habe sich gut in das Festgeschehen eingefügt.
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