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Von: „Ihr Auftrag liegt unter dem Fußabstreifer“

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„Ihr Auftrag liegt unter dem Fußabstreifer“

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    Solchen grau-blauen irdenen „Schmalzhafa“, gab es früher in nahezu jedem Rieser Haushalt. Er gehörte auch zum Sortiment der Nördlinger Glas- und Steingutgroßhandlung Hans-Heinrich Beetz in der Hinteren Reimlinger Gasse. Von dieser bezogen die Haushaltswarenläden ihre Irdenware.
    Solchen grau-blauen irdenen „Schmalzhafa“, gab es früher in nahezu jedem Rieser Haushalt. Er gehörte auch zum Sortiment der Nördlinger Glas- und Steingutgroßhandlung Hans-Heinrich Beetz in der Hinteren Reimlinger Gasse. Von dieser bezogen die Haushaltswarenläden ihre Irdenware. Foto: Foto: privat

    Nördlingen Beliefert wurden die Haushaltswarenläden auch von Nördlinger Firmen. In regelmäßigen Abständen besuchten ihre Vertreter die dörflichen Läden. An den Reisenden Daller, der im Auftrag der Firma Hans Heinrich Beetz, Glas- und Steingutgroßhandel, Hintere Reimlinger Gasse 3b, viele Jahre in den elterlichen Laden in Alerheim kam, erinnert sich Siegfried Spielberger. Hauptlieferant für die ländlichen Haushaltwarenläden war in den vergangenen Jahrzehnten die Firma Eisen-Fischer.

    30 Jahre, von 1968 bis 1998, war der gelernte Eisengroßhandels-Kaufmann Werner Aumüller aus Holzheim (bei Dillingen) als Vertreter für diese Firma tätig. „Ich bin im ganzen Ries herumgekommen, aufs Härtsfeld, ja sogar bis ins Mittelfränkische und Oberbayerische hinein“, erzählt er. Der Besuchsturnus bei seinen Kunden richtet sich nach deren Umsatz. Bei solchen mit großem Umsatz kam der Reisende 14-tägig, bei mittlerem und kleinem Umsatz alle drei Wochen bzw. einmal im Monat. Die Ladenbesitzer hatten aufgeschrieben, was sie brauchten, um ihre Lagerbestände wieder aufzufüllen. „Ich hatte 1000 Artikel im Sortiment“, erklärt Werner Aumüller. Aufgeführt waren sie im Katalog, in Saison- und Sonderangebotslisten. Von Neuerscheinungen hatte er auch Muster dabei. Das konnte eine stilvolle Thermoskanne sein, eine neuartige Küchenwaage, ein praktischer Rettichschneider oder eine elegante Besteckserie aus rostfreiem Chrom-Nickel-Stahl der Württembergischen Metallwarenfabrik.

    Gutes Verhältnis zu den Kunden

    Der Reisende Werner Aumüller achtete stets auf ein gutes und persönliches Verhältnis zu seinen Kunden. Schmunzelnd erzählt er etliche Episoden aus seinem Berufsleben. Es gab Kunden, die, wenn sie zur voraussichtlichen Besuchszeit des Vertreters nicht anwesend sein konnten, einen Zettel an die Haustüre hefteten mit der Nachricht: „Herr Aumüller, ihr Auftrag ist hinter dem Fensterladen“ oder „Ihr Auftrag liegt unter dem Fußabstreifer“. Auch an eine Einladung zum „Kesselspeck“ (Schlachtpartie) beim Schmied in Diemantstein, die ganz spontan erfolgte, erinnerte er sich noch. Auf manches, was einem vielleicht heute nebensächlich erscheint, achtete der Reisende. „Ich bin nie an Fronleichnam oder am Buß- und Bettag geschäftlich tätig gewesen. Ich habe Rücksicht genommen auf die religiösen Gefühle meiner Kunden“, sagt Werner Aumüller.

    Zustellung der Waren

    Als die Zustellung der bestellten Ware noch nicht mit dem Firmenauto erfolgte, wurde sie als Fracht- und Expressgut mit der Bahn verschickt. Der 78-jährige Siegfried Spielberger aus Alerheim erinnert sich: „Vieles kam in großen Kisten verpackt auf dem Fessenheimer Bahnhof an. Wir Kinder mussten dann dort mit dem Leiterwagen kleinere Kisten abholen, größere wurden mit einem Gespann transportiert.“ (gss)

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