Möttingen Die Brauchtumsfreunde Appetshofen-Lierheim gestalteten einen Nachmittag beim Möttinger Ferienprogramm. 40 Kinder (in einer Vormittags- und Nachmittagsgruppe) interessierten sich für das Thema: „Händ ond Gsicht wäscha! – Körperpflege früher.“
Zunächst durften die Buben und Mädchen unter Leitung der Kräuterpädagogin Sandra Salcher Badeperlen gießen. „Wenn ihr sie ins Badewasser gebt, bekommt ihr eine ganz weiche, samtige Haut“, versprach sie den Kindern. Diese waren mit Eifer und hörbarer Begeisterung am Werk. Während die Badekugeln im Eisschrank erstarrten, bemalte jedes Kind eine kleine Spanschachtel, die als hübsche Verpackung für die herz-, stern- oder blütenförmige Badeperle diente.
Nach einer Brotzeit aus der Mailänder-Mühle erzählte Gerda Schupp-Schied den Kindern, wie zur Zeit ihrer Großeltern Körperpflege betrieben wurde.
Zum Anschauen
Eine kleine Ausstellung zeigte zum Beispiel eine Waschschüssel, Waschlavor, selbst gemachte Seifen, „Akoslompa“ (Waschlappen), „Handzwehlen“ (Handtücher), Blechbadewanne für Kinder oder ein Rasiermesser. Spannend war auch, wie man einst mit einer Brennschere umging. Alles rief bei den kleinen Zuhörern und Zuhörerinnen Erstaunen hervor.
Die Tatsache, dass im Winter die Badewanne im warmen Kuhstall aufgestellt wurde, sorgte für große Heiterkeit.
Ein kleiner Abstecher in die Welt der mittelalterlichen Badestuben beendete das Thema „Körperpflege früher“.
Dazu passten die traurige Geschichte der schönen Augsburger Baderstocher Agnes Bernauer und Peter Hebels gruselige Erzählung von „Der Barbierjunge von Segringen.“ (gss)