Mittwoch, 22. November 2017

30. Oktober 2010 06:42 Uhr

Kinder sind unbestechlich

Kinder an die Macht, singt Herbert Grönemeyer und ein Stück weit hat er ja recht. Kinder sind unbestechlich, Kinder sehen, was gut und böse ist, Kinder nehmen ganz genau wahr, wie wir Erwachsenen unsere Umwelt zerstören, wie wir mit Tieren umgehen, die doch eigentlich Geschöpfe Gottes sein sollen, in Wirklichkeit aber ausgebeutet und geschunden werden des Geldes wegen.

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In der ganzen Hähnchenmast-Diskussion um Geruchs- und Lärmbelästigung, um Produktion und Existenzsicherung sollten uns diese zwei Sätze aus dem Leserbrief der 7. Klasse der Realschule Maria Stern besonders beschämen: "Wir Jugendlichen fragen uns, in was für einer Welt wir aufwachsen. Menschen, die dies gutheißen, Politiker, die so etwas genehmigen, können uns niemals Vorbilder sein, sondern werden für uns immer abschreckende Beispiele dafür bleiben, wozu lieblose und gefühlskalte Menschen fähig sind."

Das Schlimme ist, es stimmt, was die Kinder schreiben, und noch schlimmer, dass sich nichts ändern wird, weil sich der Mensch nicht ändert und weil es nicht möglich ist, Millionen von Menschen, die billiges Hähnchenfleisch wollen, mit frei laufenden Tieren zu bedienen.

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Es gibt noch andere Aspekte

Wer ländlich wohnt, kann eher ein Bewusstsein entwickeln, was es heißt, beim Lieferservice Hähnchenschlegel und Entenbrüste aus Massentierhaltung zu bestellen oder beim Bauern für etwas mehr Geld freilaufendes Geflügel zu kaufen.

Die Diskussion um den geplanten Betrieb in Schmähingen lenkt den Blick auch auf andere Aspekte: Hat Stadtrat Ziegelmeir denn nicht recht, wenn er feststellt, Massentierhaltung habe nichts mehr mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zu tun; deren Betreiber seien nur industrielle Subunternehmer von Konzernen wie Wiesenhof?

Daraus ergeben sich weitere Fragen: Ist es in unserer heutigen Zeit noch adäquat, der Landwirtschaft praktisch unbesehen privilegiertes Bauen einzuräumen, also Bauvorhaben, die auch im Außenbereich zulässig sind? Die Folgen kennen wir inzwischen im Ries nur zu gut: Biogasanlagen schießen wie die Pilze aus dem Boden, riesige Maschinenhallen werden genehmigt, die nicht selten nur dem Zweck dienen, deren überdimensionale Dächer mit Photovoltaik-Anlagen zu bestücken. Auch das hat nicht mehr viel mit Landwirtschaft zu tun.

Kein Wunder, das sich das Ries immer mehr zu seinem Nachteil verändert, immer mehr zersiedelt, zerstückelt und - siehe Straßenbau - zubetoniert wird. Geopark-Führer könnten ja Exkursionen zu Biogasanlagen oder Massentierhaltungsbetrieben (die wir ja auch im Ries längst haben) anbieten anstelle von Kräuterwanderungen.

Der Schmähinger Unternehmer, der die Hähnchenmast aufziehen will, hat einen schlechten Zeitpunkt erwischt, weil auch das Prädikat "Citta Slow" die Menschen vor Ort etwas sensibler für Dinge macht, die man sonst als naturgegeben hinnimmt. Das ist im Augenblick Pech für ihn, aber vielleicht der Anstoß für uns alle, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, wohin die Reise im Ries eigentlich geht.

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