Reimlingen Mit schmetternder „Intrada“ von Henry O. Millsby eröffnete der Mönchsdegginger Gesangvereins unter der Leitung von Dieter Schneider die Ausstellung „Körper im Bild und Ton“ im Reimlinger Schloss in der Plastiken und Bilder von Inge Lüthje gezeigt wurden.
Zum zweiten Mal in Reimlingen
Die Künstlerin aus Nieder-Olm bei Mainz, die als junge Lehrerin über zehn Jahre an der Schule in Mönchsdeggingen unterrichtet hat, bewahrte ihre Liebe zum Ries und stellt nun bereits zum zweiten Mal in Reimlingen aus. Eine große Anzahl ehemaliger Schülerinnen und Schüler, Kollegen und Rieser Bürger fanden sich in der „Alten Wache“ des Schlosses zur Vernissage ein. Sie konnten sich von Inge Lüthjes Vorlieben zu geometrischen Formen, prismatischen Auffächerungen und Überschneidungen sowie kräftigen Farben und Kontrasten in den Bildern überzeugen.
Spannend findet die Künstlerin Linien, die sich mal kräftig, mal zart durch Bilder ziehen, Flächen umranden oder verbinden oder wie Gespinnste eine Fläche strukturieren. Das Gegenspiel von ruhiger Fläche und expressiver Linie nutzt sie bewusst als Stilmittel.
Schlank und überhöht
Ihre Figuren aus Ton sind sehr schlank und überhöht; erst nach dem Brennen wurden die strukturierten Oberflächen mehrfach mit verschiedenen Farbaufträgen patiniert, was bei der Oberflächenstruktur besondere Effekte kreiert. Einige Figuren, zum Beispiel „Gedankenfänger“ oder „Feuervogel“ fusionieren Draht und Ton. Der beim Brennen brüchig gewordene Draht und die Spannung der beiden in der Hitze verbundenen Materialien lassen Risse und Abplatzungen entstehen, die den Eindruck einer gewissen Versehrtheit oder Morbidität entstehen lassen.
Das Los des Ehemanns
Flotte Volksweisen, gesungen vom Mönchsdegginger Gesangverein, und launige Worte zum Los des Ehemanns einer Kunstschaffenden umrahmten die gut besuchte Eröffnung der Ausstellung, die noch bis zum 28. Mai, samstags, sonntags und feiertags von 14 Uhr bis 18 Uhr im Schloss Reimlingen geöffnet ist. (pm)