Nördlingen Still ist es im Nördlinger Freibad. Nur das leise Plätschern des Wassers ist am Beckenrand zu hören. Seit gestern ist die Badesaison vorbei und die Anlagen sind verlassen.
82413 Menschen besuchten diesen Sommer das Bad an der Marienhöhe. „Es war eine relativ schlechte Saison“, sagt Rudi Siegel vom Liegenschaftamt Nördlingen. Die Jahre zuvor habe man zwischen 86000 und 90000 Besucher gezählt. Das schlechte Wetter zu Beginn dieses Sommers vergraulte jedoch viele Badefreunde. „Die letzten Wochen haben es aber noch etwas rausgerissen“, berichtet Martin Gruber, Betriebsleiter des Nördlinger Freibades. Bis zu 3000 Besucher hat das städtische Bad an sonnigen Tagen. Die gab es dieses Jahr allerdings nicht oft.
„Die ersten Monate waren eher ein Draufzahlgeschäft“, bestätigt auch Arnold Hanschenk den durchwachsenen Start in die Badesaison. Er betreibt den Kiosk im Nördlinger Freibad. Doch zum Glück sei das Wetter im August – passend zur Ferienzeit – deutlich besser geworden. So zieht Hanschek ein versöhnliches Fazit: „Trotz des schlechten Starts hat sich das Geschäft noch recht positiv entwickelt.“
Offizielle Angaben zur finanziellen Bilanz des Bades lägen noch nicht vor, doch Siegel rechnet klar mit negativen Zahlen. „Ein Freibad ist immer ein Defizitgeschäft.“ Wie hoch die roten Zahlen seien, werde man erst mit dem Haushaltsplan wissen.
Das Wasser bleibt auch im Winter im Becken
Was Viele nicht wissen: Das Wasser wird in Freibädern nicht abgelassen. Es bleibt über den Winter im Becken, denn dadurch werden die Fliesen geschützt. Lediglich einige viereckige Polsterblöcke werden ins Wasser gelassen. Wenn das Wasser im Winter gefriert und sich ausdehnt, federn die Polster diese Ausdehnung ab.
Auch im Freibad in Trochtelfingen sind seit gestern die Tore geschlossen. Auch hier wird eine durchwachsene Bilanz gezogen. Rund zehn Prozent weniger Besucher verzeichnete in dieser Saison das Bad: Etwa 11800 Menschen. „Der Sommer war nicht weltbewegend“, sagt Schwimmmeister Udo Skalei. Tiere hätten es sich dagegen zu Genüge gemütlich gemacht. „Wenn ich so viele Besucher wie Wespen gehabt hätte, wäre ich restlos überfordert gewesen.“
20 Prozent weniger Einnahmen
Das Wörnitzflussbad in Oettingen hatte gestern zum letzten Mal geöffnet. Auch dort war es kein gutes Jahr. „Wir haben rund 20 Prozent weniger Einnahmen“, berichtet Klaus Obermeyer, Leiter des Stadtbauamts in Oettingen. „Der Juli war einfach ganz schlecht.“ Das Flussbad wurde sogar einige Tage wegen des schlechten Wetters geschlossen.
Doch der Begriff „geschlossen“ ist eigentlich irreführend, denn das Bad wird auch im Winter jeden Tag zugänglich sein. Ab heute gibt es lediglich keine Badeaufsicht mehr. Das heißt, dass die Rutsche oder der Sprungturm nicht mehr betreten werden dürfen. Baden kann man allerdings das ganze Jahr über. „Früher hatten wir sogar einige Eisbader“, erzählt Obermeyer. Bonus: Außerhalb der Öffnungszeiten ist das Baden dort sogar kostenlos.