Wetter
Do.
-7°C
Wetter
Fr.
-9°C

10. März 2010 16:15 Uhr

Nördlingen

Nach der Haus-Explosion: "Gott hat über uns gewacht!"

Die Leute sprechen von nichts anderem: Nach der schweren Explosion in einem Zweifamilienhaus in Kleinerdlingen steht die Unglücksursache fest, die unverletzten Wohnungsinhaber feiern ihr riesiges Glück. Von Gabi Neumeyer

In Nördlingen-Kleinerdlingen hat es eine Explosion in einem Wohnhaus gegeben.
Foto: Dieter Mack

Die Leute im Dorf sprechen von nichts anderem. Am Dienstagabend war es in einem Zweifamilienhaus in Kleinerdlingen im Badezimmer der Dachgeschosswohnung zu einer schweren Explosion gekommen. Großes Glück hatten der Wohnungsinhaber Nikolai Gruber und drei weitere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks, entgegen ersten Ermittlungen, sehr wohl in dem Stockwerk befanden. Dass sie unverletzt blieben, grenzt an ein Wunder. Ersten Hinweisen zufolge könnte Fahrlässigkeit die Ursache sein. Die Kriminalpolizei in Dillingen berichtete gestern Nachmittag von entsprechenden Anhaltspunkten. So soll beim Betrieb eines Heizlüfters eine daneben gelagerte Spraydose ausgegast haben. Es bildete sich ein zündfähiges Gemisch, das schließlich explodierte. Heute werden weiter Spezialisten des Landeskriminalamts München in Kleinerdlingen dem Verdacht nachgehen.

Dienstagabend in Kleinerdlingen "Es war so laut wie eine Bombe," erzählt Nikolai Gruber, "wir hatten großes Glück im Unglück, dass niemand verletzt wurde." Er saß zum Zeitpunkt der Explosion, so gegen 20 Uhr, mit seinem Bruder und dem Freund seiner Schwester in der Küche. "Mein Bruder war gerade von der Arbeit gekommen und war kurz im Badezimmer gewesen. Ich gehe jetzt baden, hat er noch gesagt, gleich darauf folgte der ohrenbetäubende Knall. Gott sei Dank war er noch bei uns in der Küche."

ANZEIGE

Sorgen um den Sohn

Große Sorgen macht sich Gruber nach der Explosion auch um seinen zwölfjährigen Sohn. Der Bub hielt sich den Abend über in dem über der Garage liegenden Wohnzimmer auf, war aber nur Sekunden vor dem Unglück von der Küche zurück ins Wohnzimmer gegangen. "Ich habe seinen Namen geschrien und bin auf den Flur gestürzt, da hat er schon seinen Kopf zur Wohnzimmertüre herausgestreckt." Die Wucht der Explosion schleudert nicht nur das Dachfenster im Bad aus seiner Verankerung; auch das Badezimmer selbst bietet ein Bild der Verwüstung, ebenso wie der gesamte Flur. Die Druckwelle reißt die Badezimmertür auf, den Türstock aus der Verankerung und drückt die Wand zwischen Bad und Flur nach außen. Auch sämtliche andere Türen werden aufgesprengt. Der Glaseinsatz der Küchentür fällt splitternd nur wenige Zentimeter neben den Küchentisch, an dem die drei Männer sitzen.

Nach oben gerannt, um nach der Familie zu schauen

Im Erdgeschoss schreckt die Explosion den Vater von Nikolai Gruber auf. "Ich habe mir große Sorgen um die Familie gemacht und bin gleich nach oben gerannt", berichtet er. Als er sieht, dass niemandem etwas passiert ist, schickt er seinen Sohn gleich in den Keller, um die Gasheizung und den Strom abzudrehen, "nicht dass noch etwas zu brennen anfängt." An eine Gasexplosion hat er zunächst selbst auch gedacht, ergänzt sein Sohn. Allerdings habe es nicht nach Gas gerochen.

Da Nachbarn inzwischen schon die Feuerwehr alarmiert hatten, wimmelt es bald im Haus und auf dem Grundstück in dem Nördlinger Stadtteil von Menschen. Neben der Feuerwehr ist die Polizei vor Ort, ebenso Rettungskräfte und Spezialermittler aus Augsburg.

Die Mutter war vollkommen ahnungslos

Auch zahlreiche Angehörige der Spätaussiedler-Familie eilen herbei, nur Grubers Mutter Maria, die noch bei der Arbeit ist, weiß nichts von dem Unglück. "Meine Tochter und meine Schwester haben mich dann nach Feierabend abgeholt und mich auf den schrecklichen Anblick vorbereitet," erzählt sie, und dass die Grubers das rund 30 Jahre alte Haus vor zehn Jahren gekauft und für sich und ihre Kinder selbst renoviert hätten. "Keine Schramme, kein Kratzer", sie ist so froh, dass alle wohlauf sind. "Gott hat über uns gewacht", sagt sie dankbar.

Wie hoch der Sachschaden ist, ob die Statik des Hauses gefährdet ist - dass müssen nun Sachverständige in den nächsten Wochen klären. Gabi Neumeyer

Artikel kommentieren

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung

Pistenreport Saison 2011/12

Veranstaltungen vom 09.02.2012
Aktuell meist gesucht

Feuerwehr | Augsburg | unfall | faschingsumzug | Wörleschwang | 2011


Adressen für Ihre Gesundheit2

Partnersuche