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Zuckerrüben: Rekorde, Rekorde, Rekorde

Zuckerrüben

Rekorde, Rekorde, Rekorde

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    Zufrieden konnten die vielen Donau-Rieser Zuckerrübenanbauer in Reimlingen über die neuesten Ergebnisse sein.
    Zufrieden konnten die vielen Donau-Rieser Zuckerrübenanbauer in Reimlingen über die neuesten Ergebnisse sein. Foto: Fotos (2): ben

    Reimlingen „Ein außergewöhnliches Rübenjahr liegt hinter uns“, so der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes bayerischer Zuckerrübenanbauer Ludwig Brunnhuber bei der Winterversammlung im Reimlinger Gasthaus Braun. Denn die günstige Witterung hatte 2011 zu Verbandsrekorden von knapp 90 Rüben Tonnen pro Hektar geführt. Positiv sei zudem die Zuckerpreisentwicklung auf dem Weltmarkt und in der EU, so Brunnhuber und weiter: „Die Begrenzung der EU-Produktion auf 85 Prozent des Eigenverbrauchs und fehlender Import führten bei uns im Sommer allerdings sogar zu einer Verknappung von Zucker. Unsere Aufgabe muss es sein, für die Fortführung der Quotenregelung und damit stabile Rahmenbedingungen zu sorgen.“

    Für die Südzucker Mannheim/Ochsenfurt sprach im Ries erstmals Gebietsdirektor Manfred Kröhl: Die AG steigerte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent auf 5,24 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,67). Das operative Konzernergebnis erhöhte sich im gleichen Zeitraum um rund 41 Prozent auf 586 Millionen (Vorjahr: 416). Für das Geschäftsjahr 2011/12 geht Südzucker von einem Umsatz von rund 6,8 (Vorjahr: 6,2) Milliarden Euro aus. Das operative Konzernergebnis sieht man bei rund 750 (Vorjahr: 519) Millionen Euro, insbesondere durch die Steigerung bei Zucker und Bioethanol. Die Rekorderträge in vielen Rübenanbauregionen brachte der Südzuckergruppe einen Zuckerertrag von 13,3 (Vorjahr: 11,3) Tonnen pro Hektar. Die Zuckererzeugung aus Rüben lag damit mit 4,9 Millionen Tonnen um 25 Prozent über dem Vorjahr.

    Verbands-Geschäftsführer Dr. Apfelbeck sagte, dass das kontinuierliche Rübenwachstum 2011 zu einem noch nie erreichten Wert im Verbandsgebiet führte. Auf 40000 Hektar wuchs der bisher größte Ertrag mit 3,6 Millionen Tonnen in Südbayern heran. „Der fünfjährige Durchschnitt wurde um 17 Prozent übertroffen“, so der Geschäftsführer: Durch eine Flächenausweitung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr mussten trotz des frühen Kampagnebeginns am 8. September bis zum 22. Januar Rüben verarbeitet werden. Heuer müsse darum allerdings die Anbaufläche auch um 14 Prozent eingeschränkt werden.

    Versuchstechniker Georg Simeth von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Zuckerrübenanbaues empfahl die Sorten Debora KWS, Lukas oder Arnold wegen ihres hohen Zuckergehaltes und Robinson, Sabrina KWS sowie Isabella KWS wegen ihres hohen Ertrages. Sporta und Sy Be1ana hätten die besten Resistenzeigenschaften gegen die Blattkrankheit Cercospora, so Simeth. Der wies auch auf Neuerungen bei den Pflanzenschutzmitteln hin: Das in den vergangenen Jahren viel verwendete Betanal Expert bekomme mit Betanal MaxxPro einen Nachfolger mit neuer Wirkstoffzusammensetzung.

    Rückschlüsse auf künftigen Rübenanbau zog auch Stephan Steinberger, Geschäftsführer des Ringes südbayerischer Zuckerrübenanbauer, denn neben den positiven Rekorden gebe es auch negative: „Noch nie wurden so viele faule Rüben in die Werke geliefert, wie diesmal“, so Steinberger. Grund dafür sei die Rhizoctonia solani – die späte Rübenfaule. Deswegen habe man ein Projekt gestartet, bei dem die Krankheit erforscht werden soll. Über regionale Besonderheiten in Vegetation und Kampagne sprach Reiner Baumann, Leiter der Rübenabteilung Rain: Eine beispiellos günstige Witterung habe Ernte, Anfuhr und Lagerung unterstützt. Somit konnten bis zum Kampagneende am 19. Januar in Rain Zuckerrüben in allerbester Qualität angeliefert werden. Nach 137 Verarbeitungstagen endete am 23. Januar die längste Kampagne in der Geschichte des Werkes.

    Dabei sei eine bislang noch nie da gewesene Rübenmenge von 1,625 Millionen Tonnen verarbeitet und eine ebenso Rekord-Zuckermenge von 260000 Tonnen gewonnen worden. Mit 89 Tonnen pro Hektar liege Rain im vergangenen Jahr sogar mit 22 Prozent über dem fünfjährigen Mittelwert und 14 über dem bislang besten Wert von 2009. Dabei habe sich durch 17,8 Prozent Zuckergehalt ein Ertrag von 14,2 Tonnen pro Hektar ergeben.

    Die ertragreichsten Rüben gab es auch 2011 fast schon traditionell wieder einmal im Donau-Ries-Kreis, denn deren Liefergemeinschaft brachte gleich 90,9 Tonnen/Hektar (insgesamt also über 300000 Tonnen) mit 17,87 Prozent Zuckergehalt nach Rain, so das örtliche Verbandsausschussmitglied Wolfgang Böhm aus Nähermemmingen.

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