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Landratsamt Donau-Ries: Rinderseuche im Ries: Alles im Griff?

Landratsamt Donau-Ries

Rinderseuche im Ries: Alles im Griff?

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    Die Rinderseuche BHV1 hat sich vorerst nicht auf weitere Betriebe im Ries ausgebreitet. Das ergaben die Untersuchungen der Veterinärabteilung des Landratsamtes.
    Die Rinderseuche BHV1 hat sich vorerst nicht auf weitere Betriebe im Ries ausgebreitet. Das ergaben die Untersuchungen der Veterinärabteilung des Landratsamtes. Foto: dpa

    Veterinärdirektor Dr. Ekhard Sälzle atmet tief durch. Die bei drei Herden in Alerheim und Balgheim ausgebrochene Rinderseuche BHV1 (RN berichteten) hat sich allem Anschein nach nicht auf weitere Betriebe in der Nachbarschaft ausgebreitet. Das ergaben die Untersuchungen der Veterinärabteilung des Landratsamtes Donau-Ries. In den beiden Ortschaften wurden in allen der rund 20 Milchvieh- und Bullenmastbetrieben Stichproben genommen und auf den Erreger der Seuche, das Bovine Herpes-Virus 1, getestet.

    „Die Blutproben der Tiere waren alle negativ. Es schaut danach aus, dass wir die Seuche im Griff haben“, berichtet Veterinärdirektor Sälzle und spricht von momentaner Entwarnung. „Wir wären sehr froh, wenn es so bleibt“, fügt er an. In etwa drei Wochen finden Nachuntersuchungen statt, um eine mögliche Verbreitung der Krankheit mit Sicherheit ausschließen zu können.

    Jetzt wird intensive Ursachenforschung betrieben

    Die Veterinärabteilung betreibt momentan intensive Ursachenforschung. Es soll geklärt werden, auf welchem Weg der Erreger nach Bayern kam – im Freistaat galt die Seuche seit dem 18. Oktober 2011 eigentlich als ausgemerzt. „Wir haben noch kein Ergebnis. Es spricht aber vieles für die Zukäufe der Masttiere als Verbreitungsweg.“

    Die Tötung der drei infizierten Herden habe begonnen, bestätigt Sälzle. „Der Seuchenherd musste schnell weg, um nicht weitere Tiere zu gefährden. Der Bestand in Balgheim ist bereits ganz leer.“ Rinder in den beiden betroffenen Bullenmastbeständen in Alerheim, die wegen medikamentösen Behandlungen nicht geschlachtet werden durften, seien schon eingeschläfert worden. „Die anderen Masttiere werden nächsten Montag und Dienstag zur Schlachtung abtransportiert.“

    Der für Alerheim und Balgheim vorgesehene Sperrbezirk sei eingerichtet worden, sagt der Veterinärdirektor. Alle Rinderwirte aus den beiden Ortschaften müssen zurzeit die Genehmigung der Veterinärabteilung einholen, wenn sie ihre Tiere weiterverkaufen möchten. Momentan ist nur der Abtransport zur Schlachtung erlaubt, in andere Betriebe dürfen die Rinder nicht gebracht werden. Der Sperrbezirk bleibt laut Sälzle bis zum Abschluss der Nachuntersuchungen bestehen.

    „Ich war geschockt, als ich die Nachricht vom Ausbruch der Seuche erfahren habe“, berichtet Michael Stiller, Geschäftsführer des Kreisverbandes Donau-Ries des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Über viele Jahre haben Landwirte und Veterinäramt die Krankheit in der Region intensiv und mühevoll bekämpft – seit Juni 2010 galt der gesamte Donau-Ries-Kreis als BHV1-frei. Der BBV habe umgehend Kontakt mit den drei betroffenen Landwirten in Alerheim und Balgheim aufgenommen. Diese seien sehr bedrückt gewesen. Sie haben es sich nicht erklären können, warum gerade bei ihnen die Seuche ausbrach, berichtet Stiller.

    Der BBV will den drei Rinderwirten helfen. „Wir bemühen uns, dass ihre finanzielle Entschädigung durch die Bayerische Tierseuchenkasse großzügig ausfällt“, sagt Stiller. Das wichtigste Ziel seines Verbandes sei, herauszufinden, wie die Seuche ins Ries kam. „Wir müssen wissen, wo die Schwachstelle ist und wo Fehler gemacht wurden, damit wir für die Zukunft Vorsichtsmaßnahmen treffen können“, sagt der BBV-Geschäftsführer.

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