Als ein 49-jähriger Pilot das neue, noch nicht offiziell zugelassene Segelflugzeug testete, brach ein Tragflächen-Stück ab. Die Maschine stürzte ab - neben die B25. Von Frank Drechsler



Es hätte der letzte Erprobungsflug des neuen, noch nicht offiziell zugelassenen Segelflugzeuges des Typs „Nimeta“ werden sollen, doch er endete am Donnerstag mit einem Crash neben der Bundesstraße 25 zwischen Wallerstein und Wengenhausen. Der erfahrene 49 Jahre alte Testpilot hatte sich mit dem Fallschirm retten können. Er war in rund 2000 Metern Höhe ausgestiegen, nachdem ein sieben Meter langes Stück der linken Tragfläche ohne Vorwarnung abgebrochen war. Die Maschine, die eine Gesamtspannweite von rund 31 Metern, eine Länge von rund zehn Metern hat und für sportliche Einsätze konzipiert war, trudelte zu Boden und wurde beim Aufprall in einem Feld zerstört. Der Pilot war allein an Bord gewesen und auch in der unmittelbaren Nähe der Absturzstelle befand sich niemand.
Gegen 18 Uhr, so Polizei weiter, war der Testpilot, der diese Tätigkeit auch für andere Flugzeuge bei einer Luftfahrtgesellschaft ausübt, vom Flugplatz Aalen-Elchingen gestartet. Nach rund einer halben Stunde befand er sich über dem Ries als nach ersten Erkenntnissen des Flugsachbearbeiters der Kripo Dillingen sich das Stück der linken Tragfläche löste und abbrach. Wie die Polizei erläuterte, sei es für den Piloten nicht einfach gewesen in rund 2000 Metern Höhe das instabil gewordene Segelflugzeug zu verlassen. Seine Erfahrung und Professionalität hätten dazu beigetragen, dass er das gefährliche Manöver erfolgreich meisterte.



Ein Polizeibeamter, mehrere Bürger aus Munzingen und Marktoffingen und auch Marktoffingens Bürgermeisterin Marlies Häfner sowie ihr Mann Wolfgang waren Augenzeugen des Unglücks. Wie Marlies Häfner berichtete, seien sie und ihr Mann von einem Spaziergang aus Richtung Wallerstein auf dem Weg nach Hause gewesen. „Plötzlich haben wir einen Knall gehört. Er kam von oben und ich sah das Flugzeug Richtung Boden trudeln“, so die Bürgermeisterin. In einigem Abstand zum abstürzenden Flieger bemerke sie auch den am Fallschirm hängenden Testpiloten. Sofort wählte ihr Mann via Handy den Notruf und meldete den Absturz. Zu Hause angekommen, setzten sie Marktoffinger ins Auto und fuhren zur Absturzstelle. Marlies Häfner: „Wir waren sehr erleichtert, dass das Flugzeug auf einem Feld niederging und niemand bei diesem Absturz zu Schaden kam“.
Wie die Polizei weiter mitteilt, musste die B25 bis etwa 20 Uhr halbseitig gesperrt werden. Im Einsatz waren Rettungswagen aus Nördlingen, Oettingen und Bopfingen, sowie Notärzte aus Donauwörth, Nördlingen und Bopfingen. Dazu kamen die Feuerwehren aus Wallerstein, Ehringen und Nördlingen mit rund 50 Mann. Der Schaden beträgt laut Polizei 150.000 Euro.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren