Donnerstag, 17. August 2017

20. Dezember 2013 00:37 Uhr

Zwölf Stämme

„Staatsregierung blind für eigene Fehler“

Grünen-Abgeordnete Kamm wirft der Regierung falsches Handeln gegenüber der Sekte vor

i

Nördlingen/München Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Christine Kamm, wirft der Staatsregierung vor, im Umgang mit der Sekte „Zwölf Stämme“ blind für eigene Fehler zu sein. Kamm hat im Oktober schriftliche Anfragen gestellt und jetzt Antwort von Kultusminister Spaenle erhalten. Daraus schließt die Politikerin: „Weder die verhängten Strafen in Höhe von mehr als 150000 Euro noch Beugehaft hatten die Eltern der Sektenkinder vor zehn Jahren dazu bewogen, der Schulpflicht nachzukommen. Schon damals wäre zu prüfen gewesen, ob den Eltern nicht das Sorgerecht entzogen werden kann.“

Lediglich zehn Prozent der verhängten Strafen habe man eintreiben können – unter anderem, weil die Sektenmitglieder ihre persönliche Habe an den Sektengründer in Großbritannien überwiesen und selbst kein Eigentum besäßen. Das zeige, wie gefährlich diese Sekte sei und dass solchen Organisationen auf keinen Fall erlaubt werden dürfe, eine Schule zu betreiben und die Kinder von der allgemeinen Schulpflicht zu befreien. Aber genau dies habe der Freistaat getan, als er der Sekte erlaubt habe, eine Ergänzungsschule zu betreiben, um dort die eigenen Kinder zu unterrichten, kritisiert Kamm.

ANZEIGE

Aus der Antwort der Staatsregierung geht außerdem hervor, dass kein Kind aus Klosterzimmern einen mittleren oder höheren Schulabschluss geschafft habe. Daraus folgert Kamm: „Auch wenn von 2007 bis 2013 acht Schüler und Schülerinnen den Qualifizierenden Abschluss geschafft haben, zeigt der unterdurchschnittliche Bildungserfolg der Sektenkinder, dass ihnen innerhalb der Sekte Bildungschancen verbaut werden.“ Dass die Staatsanwaltschaft und das Jugendamt keine ausreichend konkreten Belege für Kindsmisshandlungen bei der Sekte nachweisen konnten und deswegen der Entzug des Sorgerechts bis 2013 gedauert habe, sei ein „Armutszeugnis für die zuständigen Behörden“, so Kamm.

Unterdessen hat „Donau-Ries-Aktuell“ im Internet Texte veröffentlicht, die als „Glaubensgrundlage der Zwölf Stämme“ bezeichnet werden. Der Redaktion, so meldet die Donau-Ries-Medien GmbH, lägen mehrere Hundert Seiten englischsprachiger Texte vor. Mithilfe einer Aussteigerin der Sekte habe man darauf Zugriff bekommen. Die Texte stammen angeblich von Elbert Spriggs, dem Gründer der „Zwölf Stämme“. In den Dokumenten finde sich eine Vielzahl eindeutig rassistischer, antisemitischer und homophober Äußerungen. Gestern übermittelte die Redaktion zudem eine Zusammenfassung eines Gesprächs mit drei Sekten-Mitgliedern aus Klosterzimmern, die als „offene und freundliche Männer“ beschrieben werden und ausdrücklich vor Missinterpretation warnen. (RN)

i

Ihr Wetter in Nördlingen
17.08.1717.08.1718.08.1719.08.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                wolkig
	                                            Wetter
	                                            Gewitter
                                                Wetter
                                                Regenschauer
Unwetter16 C | 28 C
14 C | 27 C
10 C | 19 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Top-Angebote

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region


Adressen für Ihre Gesundheit2

Partnersuche