Wemding In der Wasserwacht-Ortsgruppe Wemding herrscht nach dem endgültigen Aus für das örtliche Hallenbad große Enttäuschung. „Die Stimmung ist am Tiefpunkt“, berichtet Vorstandsmitglied Günther Lettenbauer. Am Abend nach den Bürgerentscheiden habe man sich zusammengesetzt und versucht, das Ergebnis zu analysieren. „Es hilft alles nichts. Das Resultat steht. Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht“, sagt Lettenbauer. Dabei wollen die Verantwortlichen der Ortsgruppe „die Sache erst einmal zwei bis drei Wochen emotional beruhigen lassen“ und dann in aller Ruhe nachdenken.
Es sei aber bereits abzusehen, dass es schwierig werde, ohne „eigenes“ Hallenbad den Vereinsbetrieb in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten. Seit dem Frühjahr 2009 ist das Wemdinger Bad geschlossen. In den folgenden beiden Winterhalbjahren habe die Ortsgruppe etwa 50 Prozent der rund 100 Teilnehmer am Kinder- und Jugendtraining verloren, schildert Lettenbauer. Die Übungseinheiten finden in den Hallenbädern in Monheim und Harburg statt. Weil das Training in Monheim nur am Dienstagnachmittag möglich sei, habe mancher Schüler ein zeitliches Problem. Momentan stehe zu diesem Termin auch nur eine Übungsleiterin zur Verfügung.
Wassergymnastik- und Aquafitkurse sowie das Konditionsschwimmen seien ganz oder teilweise gestrichen. Schwimmkurse für Kinder fänden im kleinen Becken im „Wildbad“ statt.
„Ob wir das Training in Monheim und Harburg so weiterführen können, hängt von der Unterstützung der Stadt ab“, so das Vorstandsmitglied. Die Kommune organisiert und bezahlt derzeit jeweils einen Bus, der die Kinder und Jugendlichen in die benachbarten Bäder bringt. Auch die Eintrittsgelder übernimmt die Stadt. Pro Hallenbadsaison beträgt die Förderung rund 6000 Euro. Noch am Sonntagabend betonten Mitglieder des Stadtrats, dass die Wasserwacht wie versprochen weiter auf Hilfe hoffen könne.
Was den Wachdienst am Waldsee im Sommer betrifft, hofft Lettenbauer darauf, weiterhin die nötigen Freiwilligen zu finden. Pro Jahr leisteten diese zwischen 300 und 400 Stunden. Um als Rettungsschwimmer an dem Gewässer tätig zu sein, brauche man bestimmte Fähigkeiten.
Für die Wemdinger Schnelleinsatzgruppe sieht Lettenbauer, der seit 1974 der Ortsgruppe angehört und auch technischer Leiter der Kreis-Wasserwacht ist, in naher Zukunft keine Probleme: „Das sind gestandene Einsatzkräfte, die ihren Job seit Jahren machen.“ Auf längere Sicht würden freilich Nachrücker fehlen, befürchtet das Vorstandsmitglied.
Initiative: Keine Lügen verbreitet
Erleichtert, dass das Thema Hallenbad „endlich vom Tisch ist“, zeigt sich dagegen Peter Held, Sprecher der Initiative „Verantwortungsvolle Wemdinger Bürger“. Diese lehnte bekanntlich eine Sanierung des Wemdinger Hallenbads aus Kostengründen ab. „Wir haben keine Lügen verbreitet“, betont Held, „sondern nur reine Fakten“. Das habe die Mehrheit der Bürger anscheinend honoriert. Die hohe Wahlbeteiligung habe sicher den Bad-Gegnern geholfen, glaubt der Vertreter der Initiative. (wwi)