Hohenaltheim Die Gemeinde Hohenaltheim plant zur Versorgung von rund 100 Haushalten im Gemeindegebiet – damit auch im Teilort Niederaltheim – den Aufbau eines zentralen Nahwärmenetzes. Hierfür wird eine noch zu bauende „Wärmezentrale“ mit zwei Blockheizkraftwerken und einer Hackschnitzelanlage auf dem Gelände der örtlichen Kläranlage zwischen den beiden Ortsteilen benötigt. Das Klärwerk wird nach dem Anschluss der kommunalen Abwasserbeseitigung nach Nördlingen nicht mehr gebraucht.
Die entscheidende Rolle bei dem Projekt spielen die beiden Biogasanlagen im Osten und Westen von Hohenaltheim. Diese sollen jeweils in einer eigenen Leitung das Biogas in die künftige Wärmezentrale leiten, wo es in elektrische Energie umgewandelt wird, die dann in eine in unmittelbarer Nähe verlaufende 20-KV-Leitung des Energieversorgers EnBW eingespeist wird. Die bisher nicht genutzte Abwärme, die neben dem Strom in den Biogasanlagen erzeugt wird, soll dann durch ein entsprechendes Leitungsnetz in die einzelnen Haushalte gelangen und zum Heizen verwendet werden. Getragen werden soll das Projekt von einer „Nahwärmegenossenschaft“, die Bürgermeister Wulf Kavasch im April dieses Jahres gründen will. Er habe bereits einige Personen gefunden, die bereit seien, in den Gremien der Genossenschaft Verantwortung zu übernehmen.
140 Haushalte haben Interesse bekundet
Auch hätten inzwischen rund 140 Personen Interesse bekundet, die Energieversorgung in ihren Häusern auf Nahwärme umzustellen. „Wenn es am Schluss weniger sein werden, lohnt sich das Ganze allemal“, meinte Kavasch, der mit Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro für das Vorhaben rechnet. Die Finanzierung werde sich auf die Einlagen der Genossen, Bankkredite und staatliche Zuschüsse stützen, von denen er sich „reichlich“ erhoffe. Der Bürgermeister geht nach Inbetriebnahme des neuen Wärmenetzes („vielleicht Ende dieses Jahres“) davon aus, dass sich die Heizkosten für die angeschlossenen Haushalte um etwa 40 Prozent verringern werden. Die Umstellungen von bisher anderen Energieträgern, beispielsweise Öl, seien kein Problem, so Kavasch.
Ganz wichtig sei es, die Bürger einzubeziehen. Er plane in nächster Zukunft zwei weitere Versammlungen, in denen die Bevölkerung über das Vorhaben nochmals en detail informiert werden soll, bevor im April die Gründungsversammlung für die Nahwärmegenossenschaft stattfindet. Von der Kommune werden laut Wulf Kavasch die Kosten von rund 15000 Euro für den notwendigen Bebauungs- und Grünordnungsplan sowie für einen Flächennutzungsplan übernommen. Dem habe der Gemeinderat bereits zugestimmt. (bs) "Kommentar