Wallerstein Da sich der Bau der Ortsumfahrung Ehringen/Wallerstein aus Geldmangel über das Jahr 2011 hinauszieht (wir berichteten), greift nun auch der Markt Wallerstein zu drastischen Mitteln in Sachen Verkehrsberuhigung: Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat einen Antrag auf Sperrung der B 25 in der Ortsdurchfahrt Wallerstein für den Güterfernverkehr über zwölf Tonnen beschlossen. "Das sind wir unseren Bürgern schuldig", sagte Gemeinderat Willi Karg und erhielt spontan Applaus von den Zuhörerinnen und Zuhörern im neuen Sitzungssaal.

Zuvor hatte Bürgermeister Joseph Mayer die Sachlage so zusammengefasst: Trotz Baurecht bis Ende 2010 gebe es im Jahr 2011 keinen Baubeginn. "Es gibt auch keine Garantie, dass 2012 gebaut wird", meinte er skeptisch und verwies auf die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland. Bereits 2010 stelle der Bund für den Neubau von Bundesstraßen gegenüber 2009 statt 1,2 Milliarden nur noch 800 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Mayer. Bundesweit fielen demnach schon mal 40 Projekte mit je zehn Millionen Euro (soviel kostet die Umgehung Wallerstein/Ehringen) unter den Tisch.
Die immense Verkehrsbelastung der Bürger in Wallerstein und Ehringen könne angesichts der neuen Situation nicht länger hingenommen werden. "Auch wir müssen jetzt politisch Druck machen und unsere Ortsdurchfahrt sperren", sagte Bürgermeister Mayer. Es könne nicht sein, dass Wallerstein seit 30 Jahren den Bau seiner Ortsumfahrung vorantreibe, und nun womöglich Dinkelsbühl wegen der größeren politischen Unterstützung seine Ortsumfahrung zuerst bauen könne. Die Chancen, dass das Bayerische Innenministerium den Antrag auf Sperrung genehmigt, stehen nach Ansicht des Wallersteiner Gemeinderates gut. "Wer zu Dinkelsbühl Ja sagt, kann zu uns nicht Nein sagen", schob die Ehringer Rätin Brigitte Bosch den Schwarzen Peter dem Innenministerium zu, zumal die Verkehrsbelastung in Wallerstein wesentlich höher sei als in Dinkelsbühl. Auch gebe es in Wallerstein wesentlich mehr Wohnbebauung unmittelbar an der Straße, argumentierte Bürgermeister Mayer. So stünden auf der knapp ein Kilometer langen Ortsdurchfahrt über 90 Anwesen unmittelbar oder in einem Abstand von weniger als fünf Metern an der Bundesstraße.
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