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Was ein Fürst so alles im Speicher hat

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Was ein Fürst so alles im Speicher hat

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    Was ein Fürst so alles im Speicher hat
    Was ein Fürst so alles im Speicher hat

    Von weit her kamen die Besucher, beispielsweise aus Ansbach, Ingolstadt oder München. Auch überregional hatte die Nachricht vom fürstlichen Trödelmarkt im Ries die Runde gemacht.

    In zwei größeren Zelten sowie in zwei Gebäuden, darunter die ehemaligen Ställe, waren die fürstlichen Stücke ausgestellt. Auf jedem klebte ein kleines farbiges Preisschild - mit einer, zwei oder vier Zahlen. Neben verschiedenen Geschmäckern wurden auch unterschiedlich dicke Brieftaschen bedient: So standen Kommoden aus hellem Holz, die man eher dem Sortiment eines bekannten schwedischen Möbelhauses zuordnen würde, neben alten und kunstvoll bemalten Bauernschränken aus dunklem Holz. Die niedrige zweistellige Zahl klebte auf dem hellen Holz, vier Ziffern auf dem bemalten.

    Abgegriffenes und Einzigartiges

    Dass es ihm nicht so schwer fällt, sich von persönlichen Gegenständen zu trennen, hatte Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein schon im Vorfeld des Marktes kundgetan. Daran änderte sich an den Markttagen auch dann nichts, wenn er zusah, wie Käufer einzelne Stücke vom Hof trugen und damit für immer dem fürstlichen Blick entzogen. "Man kann nur von einem Teller essen und nicht von 20", sagte der Fürst ohne Anflug von Sentimentalität. Zu viele Gegenstände hätten sich über die Jahrzehnte angesammelt, teilweise stammten sie aus seinen Studentenjahren und der Zeit, in der er in den USA lebte. "Die Überlegung war, die Sachen wegzuwerfen, aber dafür sind sie zu schade. Eine Auktion in München wäre zu unpersönlich, und so kamen wir auf den Privatmarkt in Hohenaltheim. Die Idee fanden wir witzig."

    Vor allem lockte die Idee eine große Schar an Interessenten an, Antiquitätenhändler genauso wie Privatpersonen. Alle waren neugierig darauf, was sich hinter fürstlichen Mauern und in den Schränken der Adeligen so alles verbirgt. Am Freitag, dem ersten Markttag, "war sehr viel los", erzählt eine Verkäuferin aus der Belegschaft. Schon gut eine Stunde vor Öffnung des Marktes habe sich vor dem Tor eine Schlange gebildet.

    Als "Kunst und Krempel" war der Markt angekündigt, manche kritische Besucher sahen jedoch mehr Krempel als Kunst. "Mich wundert, was der Fürst alles aufbewahrt hat", sagte eine Frau. Man sah die hellen Möbel oder eine Sammlung von Topfdeckeln, auch ein abgegriffenes Taschenbuch wie den Unterhaltungsroman "Die Reise von Mallorca" von Jo Hanns Rösler. Doch daneben fand sich hochwertige Kunst wie Porzellan aus Italien in neuwertigem Zustand, darunter ein Kaffeegeschirr, das für die fürstliche Familie bemalt worden war - wobei keines der Reitermotive auf den Tassen einem anderen glich.

    Gastgeber zufrieden

    Ob Kunst oder Krempel: Letztlich wechselten nicht wenige Gegenstände den Besitzer. Wie viel Geld zusammengekommen ist und welchen Gesamterlös er sich aus dem Verkauf erhofft hat, das ließ Fürst Moritz offen. "Wir sind sehr zufrieden", hieß es vonseiten der fürstlichen Familie.

    Fest steht, wohin die Einnahmen fließen: In künftige Baumaßnahmen auf der Harburg. Dieser Ort würde sich aus Sicht des Fürsten ebenfalls für einen Kunst- und Antiquitätenmarkt eignen: "So ein Markt muss keine einmalige Sache bleiben", sagte Fürst Moritz zu Oettingen-Wallerstein. "Er kann auch auf der Harburg sein, das ist ein spektakulärer Platz." (anwa)

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