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Kunstturnen: Am Königsgerät bärenstark

Kunstturnen

Am Königsgerät bärenstark

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    An fünf Geräten musste Claudius Hingst, der einen glänzenden Tag erwischte, in Ulm ran. Mit neun Score Punkten war der KTV-Kapitän hinter den beiden Ausländern Mark Ramseier und Zoltan Csuka der beste Scorer der Begegnung.
    An fünf Geräten musste Claudius Hingst, der einen glänzenden Tag erwischte, in Ulm ran. Mit neun Score Punkten war der KTV-Kapitän hinter den beiden Ausländern Mark Ramseier und Zoltan Csuka der beste Scorer der Begegnung. Foto: Foto: Jochen Aumann

    Eine Woche mit zahlreichen Missgeschicken und vielen Turbulenzen endete für die Rieser Zweitligaturner mit einem erfolgreichen Start in die neue Saison der Deutschen Turnliga und einem knappen 39:31- Erfolg über den SSV Ulm. Erst am Königsgerät Reck konnten die KTV-ler durch einen 16:0-Geräteerfolg eine fast schon verloren geglaubte Begegnung gegen die Spatzen drehen. Ein gelungenes Debüt im KTV-Dress feierte der ehemalige Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft, Mark Ramseier, der mit 23 Score Punkten auf Anhieb Topscorer wurde.

    Zunächst sah es aber eher danach aus, als sollte sich die Woche der Missgeschicke in Ulm fortsetzen. Nachdem sich am Montag und Donnerstag Sven König (Kreuzband) und Thomas Frisch (Sprunggelenk) so schwer verletzten, dass sie für den Rest der Saison ausfallen, meldete sich Christof Walter 15 Minuten vor Einturnbeginn aus dem Stau auf der A8 - „Komplettsperre der Autobahn – an ein rechtzeitiges Eintreffen zum Wettkampfbeginn ist nicht zu denken“. Bei eh schon dünner Personaldecke musste nun der zweite etatmäßige Sechskämpfer ersetzt werden, für Kapitän Claudius Hingst bedeutete dies Fünfkampf, die angeschlagenen Turner Alexander Mugrauer (Ringe, Sprung), Thomas Radler (Seitpferd) und Martin Stadelmann (Ringe) mussten trotz Verletzung an die nicht geplanten Geräte und für Tobais Bauer gab es zusätzlich Einsätze an Boden und Barren.

    Der Auftakt misslingt

    Der Auftakt am Boden misslang anschließend aufgrund der großen Umstellung prompt. Zwar brachte ein glänzend aufgelegter Claudius Hingst sein Team mit einem Dreier in Front, doch für Tobias Bauer und Thomas Radler gab es gegen starke Ulmer Bodenturner nichts zu holen. Da auch Mark Ramseier bei seinem ersten Einsatz im KTV-Dress aufgrund eines Sturzes zwei Punkte abgab, lag man nach dem ersten Gerät mit 3:9 im Hintertreffen. Beim knappen 6:5 am Pauschenpferd profitierte die KTV vom Fehlen des besten Ulmers Thomas Huber. Claudius Hingst holte einen Punkt, Tobias Bauer hielt sein Gegenüber in Schach und die Paarungen mit den beiden Ausländern endeten jeweils mit einem Fünfer für die Topturner Zoltan Csuka auf Ulmer und Mark Ramseier auf Rieser Seite.

    An den Ringen konnte man trotz des Ausfalls von Christof Walter fast mithalten und unterlag knapp mit 5:7. Routinier Roland Hagner gab in der ersten Paarung einen Punkt ab und Mark Ramseier gewann durch spektakuläre Kraftelemente die maximalen fünf Zähler. Alexander Mugrauer und Martin Stadelmann bissen sich trotz ihrer Verletzungen durch, mussten aber jeweils einen Dreier dem Gastgeber überlassen, was bei Mugrauer gegen Ulms Ungarn Zoltan Csuka aber als Erfolg zu werten war. Mit 14:21 lag man zur Pause knapp zurück, doch die Hoffnung, dass Christof Walter rechtzeitig zur zweiten Hälfte in der Halle sein würde, zerschlug sich abermals.

    Dass man am Sprungtisch, dem schwächsten Gerät der KTV, nicht komplett unterging, lag abermals am starken Schweizer Neuzugang Mark Ramseier. Mit der Tageshöchstnote von 15,75 auf seinen Überschlag mit Doppelsalto vorwärts holte er vier Punkte. Thomas Radler, Alexander Mugrauer und Claudius Hingst zeigten jeweils den Tsukahara gestreckt wie drei der Ulmer Turner, die allerdings die bessere Ausführung hatten. Wenigstens gelang dem KTV-Kapitän ein Remis in seiner Paarung, bei Radler und Mugrauer ging je ein Dreier an die Spatzen. Am Barren gewannen die Rieser zwar das Gerät, aber so richtig kam man durch das 5:4 an die Ulmer nicht heran. Tobias Bauer holte bei seinem Debüt ebenso wie Thomas Radler, bei dem ohne Patzer mehr drin gewesen wäre, ein Remis. Mark Ramseier war mit einer 13,85 Bester und holte einen Fünfer – vier Punkte für Ulm gab es im Duell von Claudius Hingst gegen Csuka.

    Christof Walters Odyssee

    Acht Punkte Rückstand vor dem Reck waren eine Menge, doch man hatte weiterhin Hoffnung auf den Erfolg, da Christof Walter nach über vier Stunden Stau endlich in der Halle eingetroffen war. Als Thomas Radler im ersten Duell mit einer brillanten Übung Ulms Ausländer Zoltan Csuka besiegte, war man wieder im Rennen. Christof Walter legte, ohne richtig eingeturnt zu haben, glänzend vor und gewann einen Vierer, was die Rieser auf einen Punkt heran brachte. Claudius Hingst nutzte anschließend eine schwache Ulmer Übung zu einem Fünfer und brachte sein Team erstmals in Front; den Rest erledigte der Mann des Tages Mark Ramseier souverän. Mit der besten Reckwertung von 13,40 und einem Vierer sicherte er den Erfolg der KTV. (chi)

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