Donau-Ries-Damen im Formtief: 61:67-Heimniederlage gegen Chemnitz wirft das Team zurück. Über 1000 Zuschauer



Eine volle Halle, ein tolles Programm, doch leider kein Sieg: Die HELI Girls Nördlingen Donau-Ries unterlagen gestern in der Hermann-Keßler vor über 1000 Zuschauern den Damen der Chemcats Chemnitz mit 61:67. Mit dieser dritten Niederlage in Serie sind die Einheimischen zunächst im Kampf um die vorderen Play-Off-Plätze aus dem Rennen. Die auf Platz elf platzierten Damen aus Chemnitz hielten hingegen die Chance auf einen Anschluss an das Mittelfeld offen.
Der Sieg der Gäste war verdient, denn sie waren taktisch auf die Einheimischen besser eingestellt, sie waren wurfsicherer und am Ende auch mit den besseren Nerven ausgestattet. Im Gegensatz zu den HELI-Girls hatten sie in der Amerikanerin Melissa Jeltema eine überragende Spielerin, die bei 77 Prozent Wurfsicherheit aus neun Würfen siebenmal traf und auf 17 Punkte kam.
Die HELI-Girls sind derzeit zweifellos im Formtief. Jede Akteurin spielt mehr oder weniger unter ihren Möglichkeiten. Das früher überragende Aufbau-Duo Richter - Rego müht sich nach Kräften, ohne viel Impulse zu geben. Von Henderson geht derzeit wenig Gefahr aus, obwohl sie neben Richter noch als einzige auf zweistellige Punkte kam. Insgesamt ist das Spiel der Nördlinger im Angriff inzwischen zu statisch und in der Verteidigung nicht entschlossen genug.
Es begann letztlich nicht schlecht. Der erste Angriff ging über Sommer und brachte das 2:0. In der fünften Minute erzielte Rego mit ihrem einzigen Dreier das 9:4. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, denn die beiden Amerikanerinnen Whitcomb und Jeltema konterten mit Dreiern und brachte ihr Team erstmals mit 10:9 in Führung. Bis zur Pause mühten sich dann beide Teams redlich ohne viel Erfolg. Auffällig war, dass Amber Spague unter dem Chemnitzer Korb sehr gut abgedeckt wurde und kaum Entwicklungsmöglichkeiten hatte. Mit insgesamt neun Punkten war sie dann am Ende auch weit unter ihrem Level. Allerdings hatten die Gäste im Neuzugang Velinovic und den Stammkräften Heinrich, Schnorr und Brugman ausreichend „Luftwaffe“, um die Nördlinger Centerin zu stoppen. Mit 12:12 endete das erste Viertel leistungsgerecht.
Treffsichere Gäste
Im zweiten Viertel lagen die HELI Girls schnell zurück, denn die Gäste warteten weiter mit hervorragender Wurfsicherheit auf. Dreier von Whitcomb und Heinrich bedeuteten eine 20:16-Gästeführung. Dann hatten die Einheimischen einige schöne Aktionen und sie führten in der 17. Minute mit 26:24 durch Sprague. Das war es aber dann: Bis zu Pause zeigten die Amerikanerinnen Daniel, eine wendige und gefährliche Spielmacherin, und Jeltema ihr überzeugenden Wurfkünste. Ein Dreier von Richter war dagegen die einzige zählbare HELI-Ausbeute, die Gäste führten 35:29.
Ein Blick in die Statistik zeigte dann, dass die Führung der Chemnitzer nicht von ungefähr kam: 59 Prozent aus der Nah- und Mitteldistanz, 50 Prozent von der Dreierlinie waren überragende Werte in der Wurfausbeute. Dann war es dann schon fast ein Witz, dass sie alle vier Freiwürfe vergaben. Trotzdem war bei den Einheimischen die Hoffnung, dass sie doch noch den Schlüssel zum Erfolg finden würden.
Die Deckung zum Beginn des dritten Viertels war neu eingestellt und im Angriff lief es zunächst auch besser. Ein Korb von Sommer, ein Dreier von Henderson und fünf Punkte von Doro Richter, die sich nach Kräften mühte, egalisierten den Rückstand und brachten mit 40:37 die Führung zurück (26. Minute). Und obwohl man die beiden gefährlichsten Gäste, Whitcomb und Jeltema, gut im Griff hatte, ließ sich Chemnitz nicht abhängen. Die Niederländerin Brugmann mit fünf Punkten egalisierte zum 42:42 und nach 30 Minuten stand es dann 46:46.
Das Schlussviertel musste es bringen und da starteten die HELI-Girls alles andere als gut. Mehrere Ballverluste in Folge gaben den Gästen die Möglichkeit, ihrerseits zu punkten. Jeltema angelte sich einen Offensivrebound, Spielmacherin Groß zog durch die Mitte und Chemnitz führte wieder. Brenzlig wurde es, als die Amerikanerin Daniel mit einem Dreier die Gäste-Führung auf 57:49 erhöhte. Djokovic insgesamt mit einem guten Spiel und Doro Richter mit Freiwürfen schafften wieder den Anschluss (55:59, 39. Minute). Neuzugang Sterner, die als wirkungsvolle Verteidigerin lange Einsatzzeiten hatte, und Henderson verkürzten auf 59:61, doch dann war Ende. Heinrich ganz frei unter dem HELI-Korb und Jeltema mit Freiwürfen erhöhten wieder auf 59:65 und die Einheimischen waren geschlagen. Eine Serie von Auszeiten durch Pat Bär brachte nichts mehr. Die HELI Girls gehen angesichts des folgenden Programms schweren Zeiten entgegen.
Die Spielstatistik
HELI Girls Nördlingen: Rego 8 (1 Dreier), Richter 11 (2 Dreier), Szittya 4, Unger 3 (1), Djokovic 8,Sprague 9, Sommer 6, Sterner 2, Henderson 10 (2). Fouls 17, Freiwürfe 20, davon 13 erfolgreich = 65%, Wurfquote Zweier 15 von 48 = 31%, Dreier 6 von 18 = 33%. Chemnitz: Daniel 10 (2 Dreier), Mihalyi 2, Whitcomb 10 (2), Velinovic 6, Jeltema 17 (1), Brugman 5, Heinrich 9 (19; Schnorr 4, Groß 4, Schmidt. Fouls 19, Freiwürfe 9 von 14 erfolgreich = 64%, Wurfquote Zweier 20 von 34 erfolgreich = 59%, Dreier 6 von 14 erfolgreich = 43%.
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