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Schauspieler muss Flugzeug verlassen: Alec Baldwin macht sich über Rauswurf lustig

Schauspieler muss Flugzeug verlassen

Alec Baldwin macht sich über Rauswurf lustig

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    Mit falschem Schnurrbart und Pilotenmütze hat sich der 53-jährige Schauspieler in einer US-Satire-Show über den Rauswurf lustig gemacht. In der Sendung "Saturday Night Live" gab sich der Schauspieler als Pilot Steve Rogers von der Fluggesellschaft American Airlines aus. Der "Pilot" entschuldigte sich in einem witzigen Dialog mit einem vermeintlichen Nachrichtenmoderator  bei Baldwin und lobte ihn als "amerikanische Kostbarkeit", der eine bessere Behandlung verdient hätte.

    Mit  mit gespielter Nervosität warf der Komiker Seth Meyers, der den Interviewer mimte,  ein, ob dieser Scherzauftritt für Baldwin wirklich der richtige Weg sei, so mit dem schlagzeilenträchtigen Vorfall umzugehen.

    Am vergangenen Dienstag war Baldwin nach einem Streit mit einer Stewardess von Bord eines American-Airlines-Fliegers gewiesen worden. Nach seinen Angaben war Baldwins in der geparkten Maschine auf dem Flughafen von Los Angeles "zusammengestaucht" worden, weil er auf seinem Smartphone das "Scrabble"-ähnliche Spiel "Words with Friends" gespielt hatte.

    Nach seinem Rauswurf hat sich der  US-Schauspieler Alec Baldwin bei den anderen Fluggästen  entschuldigt. "Es war nie meine Absicht, anderen mit meiner  'Angelegenheit' mit einer gewissen Flugbegleiterin Unannehmlichkeiten zu bereiten", sagte Baldwin laut der "Huffington  Post". Er vermute, dass die  Flugbegleiterin, die ihn wegen seines nicht ausgeschalteten Handys  von Bord gewiesen hatte, ein Exempel an ihm habe statuieren wollen.

    Baldwin war nicht der erste Promi, der aus einem Flugzeug flog, weil er nicht so benahm, wie es die Besatzung vorschrieb. Allerdings: Es trifft aber nicht nur Prominente. Und umstritten ist seit Jahren, wie sinnvoll viele Vorschriften sind.

    Telefon ausmachen, anschnallen, Sitzlehne aufstellen und natürlich nicht rauchen. Das sind die Vorschriften, die jeder kennt - aber an die sich nicht jeder hält. Die Pop-Diva Whitney Houston wäre vor zwei Monaten fast aus einem Flugzeug geflogen, weil sie sich partout nicht anschnallen wollte.

    Der Schauspieler Jonathan Rhys Meyers wurde gar nicht erst ins Flugzeug gelassen, weil er zuvor in der Warte-Lounge auf Alkohol bestanden hatte - am frühen Morgen. Auch der Regisseur Kevin Smith musste wieder raus - zu fett für das Flugzeug. Und Josh Duhamel ("Transformers") wurde aus dem Flugzeug geschmissen, weil er sein Telefon nicht ausmachen wollte - so wie Baldwin.

    "Wir führen keine Promi-Statistik", sagt Les Dorr von der Federal Aviation Administration. Die US-Luftfahrtbehörde registriert aber durchaus, wenn Flüge wegen Passagieren abgebrochen werden, gar nicht erst starten oder renitente Kunden vor die Tür gesetzt werden.

    "Die gute Nachricht", sagt Dorr, "die Zahl der Fälle steigt nicht." Die schlechte: Es gibt trotzdem fast jeden Tag solche Probleme. Für die Fluggesellschaften bedeutet jeder Fall hohe Verluste, für die anderen Passagiere oft lange Verspätungen.

    Fast vier statt eineinhalb Stunden dauerte zum Beispiel ein Flug von Paris nach Dublin. An Bord war Gérard Depardieu und der französische Filmstar - bekannt dafür, dass er keinen Genuss auslässt - wollte unmittelbar vor dem Start noch schnell auf die Toilette. Die Stewardess verbot ihm das. Da griff Depardieu zur Flasche. "Ich sagte, Madame, ich muss pinkeln. Ich bin nicht krank, ich bin kein Terrorist. Ich muss einfach nur pinkeln." Dummerweise ging einiges daneben ("Das Fläschchen war für mich einfach zu klein") und Depardieu bekam reichlich Ärger und weltweit Schlagzeilen.

    Sogar vor Gericht endete es für Naomi Campbell, als vor drei Jahren einer ihrer Koffer verschwand. Das schwarze Topmodel beschimpfte die Crew als Rassisten, spuckte sie an und trat mit ihren Stilettos nach Polizisten. Es half nichts, sie wurde in Handschellen abgeführt. Als Buße musste sie Toiletten putzen. Zu der Strafarbeit kam sie im Pelzmantel. Ein Chauffeur im Rolls-Royce holte sie danach wieder ab.

    "Es ist sicher kein Promi-Problem", sagt der Sprecher einer europäischen Airline, "bei denen fällt es nur auf." Sonderrechte gebe es für 1.-Klasse-Passagiere ebenso wenig wie für Prominente. "Wer will auch sagen, wo Prominenz anfängt?" Solche Fälle kämen selten vor. "Aber bei den Millionen Passagieren wird es dann doch zum Alltagsproblem." Vor allem aber in den USA: "In Europa ist man etwas toleranter." Hinzu kommt, dass Angestellte in den USA oft keinerlei Spielraum haben und einfach stur nach Schema F arbeiten.

    Dank Baldwin geht im Internet wieder die Diskussion los, wie sinnig oder unsinnig Flugvorschriften sind. "Warum soll ich den Tisch einklappen? Wenn wir abstürzen, enden wir in einem Feuerball - auch ohne Tisch", schreibt einer. Und ein anderer will gleich ganz aufs Flugzeug verzichten: "Ich möchte nicht in einem Gefährt sitzen, dem ein einfacher MP3-Player gefährlich werden kann."

    Derweil schilderte auch die Fluggesellschaft ihre Sicht auf die  Dinge vor dem Start der Maschine von Los Angeles nach New York.  Baldwin habe sein Mobiltelefon nicht ausgeschaltet, als sich die  Maschine auf den Start vorbereitet habe, erklärte American  Airlines. Stattdessen sei er aufgesprungen und mit seinem Telefon  auf die Bordtoilette gerannt. Zudem sei er "sehr unhöflich" gewesen  und habe das Personal beschimpft. Daher sei Baldwin der Maschine  verwiesen worden. dpa/afp

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