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03. September 2010 15:29 Uhr

IFA

Alleskönner: Saugen, spülen, kühlen

Die Haushaltsgeräte der Zukunft sparen Strom und Wasser - und schonen die Umwelt. Von Sonja Krell

Die auf der IFA vorgestellten Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler oder Staubsauger schonen die Umwelt.
Foto: DPA

Angeblich spült sie. Doch zu hören ist nichts. Vorbei sind die Zeiten, in denen man fluchtartig die Küche verlassen musste, wenn der Geschirrspüler eingeschaltet wurde. Die Neuheit aus dem Hause Bosch ist 38 Dezibel laut. "Das ist leiser als ein Flüstern", sagt Produktmanager Harald Gelhard. Auch was Wasser- und Stromverbrauch angeht, drücken Hersteller wie Bosch und Siemens die Werte weiter: Sieben Liter braucht ihr neues Top-Gerät - bei einem Stromverbrauch von 0,73 Kilowattstunden. Bosch-Geschäftsführer Volker Klodwig nennt das Modell seinen "Sparweltmeister".

Zum dritten Mal ist die "Weiße Ware" auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vertreten. Der Trend ist klar: Immer sparsamer, immer effizienter, immer grüner werden die Produkte. "Green Technology inside" - grüne Technologie im Inneren - heißt das etwa bei Bosch. Entwickelt und hergestellt werden die Geräte in Dillingen, wo die Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) über 2000 Mitarbeiter beschäftigt. "Das ist die Mutter der Innovation", so Gelhard. Jeden Tag rollen dort 10 000 Geschirrspüler vom Band.

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Auch die Konkurrenten haben einiges zu bieten. Die neue Generation der Geschirrspüler, Waschmaschinen und Kühlschränke soll Strom sparen und zugleich Ressourcen schonen. Das lassen sich die Verbraucher auch etwas kosten, wie man beim Kühl- und Gefriergerätehersteller Liebherr beobachtet. "Die Leute achten darauf, wie viel Energie ein Gerät verbraucht", sagt Produktmanagerin Romy Bloch. Die Kunden geben lieber bei der Anschaffung mehr Geld aus, wenn sie so die Umwelt schonen können. Für Bloch ist das eine Investition, die sich rechnet. Schließlich braucht das sparsamste Produkt von Liebherr nur noch halb so viel Strom wie das energieeffizienteste Modell vor 15 Jahren. Zur Messe bietet das Unternehmen erstmals Kühl-Gefrier-Kombinationen mit dem Siegel A+++ an - ein Standard, den die EU noch gar nicht eingeführt hat. Der Verbrauch liegt 60 Prozent unter Klasse A.

Zugleich denkt das Haushaltsgerät der Zukunft mit. Siemens präsentiert, ebenso wie Bosch, eine Waschmaschine, die selbst die benötigte Menge an Flüssigwaschmittel bestimmt. Möglich macht das ein Tank, der in die Schublade integriert ist. In 90 Prozent der Fälle werde falsch dosiert, sagt Daniel Bethäuser von Bosch. Darunter leide nicht nur die Wäsche. Wenn zu viel Waschmittel benutzt wird, bildet sich mehr Schaum. Das bedeutet zusätzliche Waschgänge und somit mehr Wasserverbrauch. Konkurrenz kommt vom Miele-Konzern, der das Dosiersystem AutoDos vorstellt. Dort muss die Befülleinheit zwar auf die Maschine aufgesetzt werden, dafür kann zusätzlich auch Pulver verwendet werden.

Außerdem soll das Haushaltsgerät der Zukunft auch den Alltag erleichtern. Beispiel Kärcher: Der Fenstersauger des Reinigungsspezialisten saugt heruntertropfendes Schmutzwasser auf.

Was bei LG wie ein Gefrierschrank aussieht, ist eine Kleider-Auffrisch-Station: Das Gerät beseitigt Gerüche aus den Textilien, trocknet die Wäsche und bügelt nebenbei Anzüge und Hemden. Praktischer ist eigentlich nur noch Hombot, der kleine runde Staubsauger. Über fünf Sensoren und eine Kamera erkennt er, wo Schmutz am Boden liegt - und macht ihn von allein weg.

Doch auch wenn der Staubsauger noch per Hand betätigt werden muss: Die neuen Geräte haben mehr Saugkraft, sind kompakt, bunt - und noch schön anzuschauen. Von Sonja Krell

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