Auch beim Thema Schönheitsoperationen sind die Bundesbürger offenbar Schnäppchenjäger. Das ergab eine Umfrage der GfK im Auftrag der Vereinigung der Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) in München.
Demnach würden mehr als die Hälfte der Deutschen (61 Prozent), die sich für einen ästhetisch-plastischen Eingriff interessieren, aus Kostengründen Angebote vergleichen. Jeder vierte von ihnen (26 Prozent) wäre bereit, sich im Ausland operieren zu lassen.
Wenn sie eine finanzielle Unterstützung erhalten, würden sich 13 Prozent sogar vor laufender Kamera operieren lassen, um zu sparen. Unter Singles ist diese Bereitschaft mit 21 Prozent noch ausgeprägter als bei denjenigen, die in einer Partnerschaft leben (12 Prozent). Immerhin noch 11 Prozent von allen, die sich für eine Schönheits-OP interessieren, würden gezielt nach Sonderangeboten suchen. Befragt wurden vom 20. bis 27. August 970 Deutsche ab 14 Jahren.
Johannes Bruck, Vize-Präsident des VDÄPC, sieht in den Ergebnissen einen bedenklichen Trend: Dumpingpreise würden bei vielen Patienten erst das Bedürfnis nach einer Operation wecken. Oft komme es dadurch auch zu einem unnötigen Zeitdruck, der verhindere, dass Interessierte sich in Ruhe mit Risiken und Nebenwirkungen der OP auseinandersetzen. Empfehlenswert ist eine Bedenkzeit von mindestens einer Woche. Außerdem kann es sinnvoll sein, ein zweites Beratungsgespräch zu vereinbaren oder die Meinung weiterer Ärzte einzuholen.
Grundsätzlich empfiehlt die VDÄPC, auf die Bezeichnung "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" zu achten. Diese stehe für eine mindestens sechsjährige Weiterbildung. Der Begriff "Schönheitschirurg" sei dagegen keine geschützte Berufsbezeichnung und gebe daher keinen Aufschluss über die Qualifikation des Arztes.
Patienten sollten sich außerdem ihre Beweggründe für die OP genau überlegen und sie dem Arzt dann offen erläutern. Wichtig sind auch alle etwaigen Vorerkrankungen. Beides helfe dem Chirurgen, die Motive für die angestrebte OP richtig einzuschätzen, erläutert die VDÄPC: "Ein seriöser Facharzt führt ein Beratungsgespräch ergebnisoffen und rät Ihnen unter Umständen von einem Eingriff ab." Die Themen Schmerzen, Risiken, Komplikationen und Nachsorge müssten ebenfalls Bestandteil des Gesprächs sein.
Bei einer Behandlung im Ausland sieht Bruck die Gefahr, dass es zu Komplikationen kommen kann. Grundsätzlich sollte schon vor dem Eingriff abgeklärt werden, wer bei einer Komplikation die Kosten für einen Korrektureingriff übernimmt. Wichtig ist daher auch, sich zu vergewissern, dass der Arzt haftpflichtversichert ist. Im Ausland haben Patienten oft keine rechtliche Handhabe, den Arzt für unerwünschte Folgen zur Rechenschaft zu ziehen. dpa