Droht den Überraschungseiern das Aus? Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages warnt vor Kombinationen aus Nahrungsmitteln und Spielzeug. Mit in der Runde ist die Augsburger FDP-Abgeordnete Miriam Gruß.



Den Überraschungseiern des Ferrero-Konzerns droht möglicherweise das Aus in Deutschland. Nach dem Willen der Parlamentarier der Kinderkommission des Deutschen Bundestages sollen Kombinationen aus Nahrungsmitteln und Spielzeug verboten werden. Dies steht in einer Empfehlung über «Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag».
«Wir sollten Essen und Spielzeug trennen», sagte FDP-Jugendpolitikerin und Kommissionsmitglied Miriam Gruß am Donnerstag. «Wir wollen nur vermeiden, dass ein Kind vielleicht sogar im schlimmsten Fall an einem Spielzeug aus einem solchen Kombinationsprodukt ersticken könnte.» Es gehe aber nicht um ein Verbot. Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder warnte vor Gefahren durch kleines Spielzeug in Nahrungsmitteln. Die Süßwarenindustrie wies die Kritik zurück.
Das Überraschungsei wurde im Frühjahr 1974 von Michele Ferrero erfunden. Die gleichnamige italienische Firma baute eigens eine kreative Mikro-Spielzeugfabrik, deren Spielprodukte in das Überraschungsei passte. Daraus wurde ein Welterfolg.
Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages gibt es seit 1988. Sie soll die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Gesetzgebungsprozess vertreten. Die Kommission besteht aus fünf Mitgliedern, unter Ihnen die Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete der Grünen, Ekin Deligöz. Deligöz ist derzeit im Urlaub und war deswegen am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
In ihrer jüngsten Stellungnahme fordern die Parlamentarier außerdem die Einführung einer Fahrradhelmpflicht für Kinder und Jugendliche und eine bessere Aufklärung von Eltern über Unfallrisiken im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen. Zudem solle ein einheitliches Prüfsiegel für Kinderprodukte in Europa geschafen werden und Sicherheitsartikel so kostengünstig wie möglich angeboten werden.
Auch an Schulkinder denkt die Kommission. Sie fordert Schulbücher künftig als Paperback statt als Hardcover auszugeben, damit die Kinder nicht mehr so schwer zu tragen haben. Aus diesem Grund sollten auch die Schulen alle Möglichkeiten ausnutzen, damit die Kinder einen Teil der Lernmaterialen - Bücher, Malkasten, Zeichenmaterial, Sportschuhe - dort deponieren können. Und die Ranzenhersteller sollten darauf achten, möglichst gewichtsarme Ranzen zu produzieren
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