Was soll man mit einem gestrandeten Pottwal machen? Die Belgier haben da schon eine Idee: Der gestrandeter Pottwal "Teofiel" wird in Belgien zu Biosprit verwandelt. Der Meeressäuger war diese Woche am Strand des Seebades Knokke-Heist angespült worden und gestorben. Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete, hatte das 25 Tonnen schwere Tier zuvor mehrere Verletzungen erlitten. Experten des Meeres-Attraktionsparks "Sea Life" stellten fest, dass der Säuger nach stundenlanger Agonie starb. Dies bedeutet, dass sich der Todeskampf des Tieres um über einen längeren Zeitraum hinzog. Nerventätigkeit und Atmung setzten somit Schritt für Schritt aus. Warum das Tier aber in der Nähe des Hafens Zeebrügge strandete, blieb zunächst offen.
Walfett wird zu Biosprit
Ein auf organische Abfälle spezialisierter Energiehersteller im flämischen Ostende verarbeitet das Walfett nun zu Biosprit, berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga. Das fast 25 Tonnen schwere Tier besteht zur Hälfte aus Fett. Dies soll erst geschmolzen und gereinigt werden. Danach will die Firma Electrawinds es zu Biokraftstoff raffinieren. Das Unternehmen ist auf die Verwertung von Schlachtabfällen und Tierfäkalien spezialisiert. Der tote Wal soll 50 000 Kilowattstunden Strom liefern - laut Belga genug, um 14 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen.
Pottwal "Teofiel" wird untersucht
Einen ganzen Tag lang waren Wissenschaftler und Zivilschutz damit beschäftigt, das "Teofiel" getaufte Tier vom Strand zu holen. Wissenschaftler der Universität Gent wollen Kiefer, Schädel und Teile vom Rückgrat des Wals untersuchen. Später sollen konservierte Stücke ins Museum wandern.
Riesiger Pottwal an Küste gestrandet
Gestrandeter Pottwal Teofiel kämpfte um sein Leben
Pottwale sind die größten Zahnwale; die größten Wale überhaupt sind die Blauwale. Für das nicht seltene Phänomen, dass Walen an Küsten stranden, gibt es noch keine allgemein akzeptierte wissenschaftliche Erklärung. In Belgien kam es jedoch selten zu einer solchen Strandung, die letzten beiden fanden 1994 und 2004 statt.
Der gestrandete Pottwal "Teofiel" war vermutlich zehn Jahre alt. Mit seiner Länge von 13 Metern zählte er aber nicht zu den großen Pottwalen. Männliche Tiere können nämlich bis zu 18 Meter lang und 50 Tonnen schwer werden. Berühmt wurden die Tiere vor allem durch den Roman "Moby Dick."
Als "Teofiel" am Mittwochmorgen strandete, lebte er noch. Mehrere hundert Schaulustige verfolgten bei Minustemperaturen und scharfem Wind seinen Todeskampf. "Es ist traurig, solch ein Schauspiel zu sehen", sagte Jerome Van Mechelen, einer der Passanten. Es wurde darüber spekuliert, ob der Wal von einem Schiff gerammt oder schon zuvor krank gewesen sei. (dpa, afp, AZ)